06 Mrz 2013

"In Mathe bin ich Deko" – Otto trifft Shitstorm wegen Mädchenshirt

8 Kommentare Frauen und Geektum geschrieben von Geeksister_Romina

how_it_worksEin junges Mädchen, lächelt in die Kamera, bekleidet ist sie mit Jeans und einem blauen T-Shirt. Alles nicht so schlimm, wenn auf dem Shirt nicht der Spruch stehen würde: „In Mathe bin ich Deko ♥
Kaum zu glauben aber wahr, dieses Shirt gibt es zu kaufen unter anderem beim Otto Versand und dieser bekommt dafür heute einen enormen Shitstorm auf seine Facebook-Pinnwand und auch sonst überall im Netz, wo man seine Meinung äußern kann.

Wie es begann:
Der erste Post kam vor ca. 19 Stunden von einer Userin die dieses Shirt entdeckte und sich wünschte, dass es das Shirt der Fairness halber sowohl für Mädchen als auch für Jungs geben müsse. Damit geriet das Shirt in den Fokus und seitdem sind viele, viele Meinungen dazugekommen und die Diskussion reißt noch lange nicht ab.

Hier ein paar Meinungen von der FB-Pinnwand:

Pinkstinks Germany:
Dieses T-Shirt ist nicht lustig – schade, dass ein Traditionsunternehmen wie OTTO auf solche platten Sprüche angewiesen ist! Bitte sofort aus dem Sortiment nehmen!!!

Sarah R.:
Sie sollten das T-Shirt „In Mathe bin ich Deko“ schnellstmöglich aus dem Sortiment nehmen. Die Tatsache, dass es bereits jungen Mädchen suggeriert, dass sie für einige Dinge schlichtweg zu dumm sind und man sie sowieso nur als „dekoratives Objekt“ betrachtet ist einfach nicht vertretbar. Geschlechterstereotypen wie diese schaden allen und mit solchen T-Shirts tragen sie dazu bei, sie auch in den Köpfen einer neuen Generation zu verankern. Aufgrund der zahlreichen Beschwerden wäre es mehr als angebracht diesen und weitere sexistische Artikel zu löschen und sich öffentlich zu entschuldigen.

Martina D.:
Dieses Mathe-Shirt ist nicht nur voll peinlich, sondern auch ein Schlag ins Gesicht sämtlicher naturwissenschaftlich begabter Mädels. Schon mal darüber nachgedacht, was so ein Shirt in der Schule getragen anrichten kann?? Leider gibts auch noch Eltern, die das lustig finden. Marketing- und Designabteilung: Denken für 10 Cent!!! Kinder sind grausam! Raus mit dem Teil aus dem Sortiment.

Besonders souverän geht Otto mit der Kritik leider nicht um, momentan bekommen alle auf FB nur diese Copy/Past Antwort:
Wir akzeptieren selbstverständlich Eure Meinungsäußerungen zum T-Shirt „In Mathe bin ich Deko“. Doch bitte versteht, dass wir als Händler unseren Kundinnen und Kunden ein breites Warenangebot präsentieren, aus dem sie frei auswählen können.
Viele Grüße euer OTTO Social Media-Team

Das es aber auch anders geht zeigt das Social Media Team von Baur (und das obwohl sie zur Otto Group gehören), die das Shirt ebenfalls verkaufen, allerdings nicht ganz so schwer in den Fokus der Kritik gerieten. Hier wurde dennoch prompt reagiert und es heißt, dass Shirt würde ab morgen aus dem Sortiment verschwunden sein.

Wie denkt ihr über dieses Shirt und die ganze Aufregung drumherum? Gerechtfertigt oder übertrieben?

(Bild: xkcd)

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Geschrieben von
Girly-Geek-Girl
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  • der Shitstorm ist mehr als gerechtfertigt. nach Überraschungseiern und Playmobil springen nun auch Versandhäuser auf den Zug auf man müsse Geschlechterrollen auch weiterhin festigen und mit Klischees zu behaften, anstatt sie aufzulösen

  • Sabienes

    Ich würde jederzeit dieses Shirt tragen – mit Stolz!!! Dabei bin ich sogar recht gut in Mathe gewesen

  • Geeksister_Sumi

    Ich finde, mann sollte da auch mal ein bisschen die Kirche im Dorf lassen. Mich stört weniger, dass es das Shirt nur für Mädchen gibt, als die Tatsache, dass es überhapt existiert. So lernen Kinder nie sich Herrausforderungen zu stellen und geben gleich auf. Der Gedanke „Ich kann kein Mathe und meine Eltern wissen das!“ wird ihnen ja praktisch aufgedrängt…

  • Danja

    Das T-Shirt wäre richtig witzig und ein echter Knaller – wenn es ab Größe 38 aufwärts erhältlich wäre. Ich bezweifle, dass Schulmädchen in diesem Alter zwischen Selbstironie und vermeintlichen Tatsachen unterscheiden können. Für diese geistige Reife braucht es noch einige Jahre. Im Grundschulalter suggeriert der Spruch Grenzen, die es nicht geben muss.

    Und der Hinweis von Otto, dass das Shirt ja von Frauen entworfen wurde, lässt sich frei auch so übersetzen: “Das T-Shirt bedeutet, dass Frauen sich selbst schon als Mädchen
    diskriminieren, aber das ist ok, denn es waren ja Frauen, die es
    designed haben und es sind Mädchen, die es gut finden.” (Quelle: http://www.alpha-presse.de/in-csr-bin-ich-nur-deko/) Katastrophal, wie ich finde.

  • Twiggy

    ein altes geschlechterklischee wird hier suggeriert – mädchen sind generell für mathe ungeeignet , also nur dekoration … warum heisst es nicht auf dem shirt „mathe ist mein ziel“ ? das wäre doch ein positiver aspekt ! ich bin als mädchen keine deko ….

  • Andre

    Aber wenn es doch stimmt? Die meisten Mädchen sind maximal Deko in Mathe – wenn sie denn gut aussehen, ansonsten eben „Füllmasse“! – Es fehlt natürlich noch ein Shirt für Jungs mit der Aufschrift „In English bin ich… geistig Benachteiligt“ und schon hätten wir die Welt, insbesondere die Gender Welt, erklärt.

  • aussichteinsicht

    Es ist das eine, als erwachsene Frau ein bißchen augenzwinkernd mit den Stereotypen zu spielen (mache ich auch… und ich liebe es…).
    Etwas anderes ist es aber, den Mädels noch weiter zu vermitteln, dass es ja „cool“ sei, in Mathe schlecht zu sein.

    Mir kommts auch immer hoch, wenn die blondierten B- und C-Starlets (die dummerweise gerade bei den Mädels angesagt sind) kichernd von sich geben, dass sie in Mathe und Naturwissenschaften so schlecht waren – aber trotzdem sei was aus ihnen geworden. Und genau dieses Bild wird hier weiter verfestigt.
    Einerseits stecken wir (mMn zu Recht) viel Geld in MINT-Initiativen, und dann stecken wir unsere Töchter in so ein Kleidungsstück.
    Das geht gar nicht!
    Mir fällt noch so viel zum Thema ein, das packt das Kommentarfeld hier gar nicht…

  • Michael S.

    Dieses Shirt könnten einige meiner „männlichen“ Azubis aus Überzeugung tragen!
    Und diese Tatsache finde ich wesentlich schlimmer als die etwaige Möglichkeit ein „Frauenverachtendes Shirt“ kaufen zu können. Es steht doch jedem Bürger frei was er konsumiert. Das sieht man doch auch im Fernsehen. Dort findet doch die große „Meinungsbildung“, die Volksverblödung statt!