17 Aug 2012

Halbnackt und keine Ahnung? Gamescom-Hostessen im Interview

22 Kommentare Frauen und Geektum, Game related geschrieben von Geeksister_Valerie

In einem unserer ersten Artikel hat Gesine über die Hostessen auf der CeBit geschrieben. Um den Beitrag gab es einige Diskussion und darum haben wir das Thema nun anlässlich unseres Besuchs auf der Gamescom wieder aufgegriffen.
Es wurde damals unter anderem kritisiert, dass Gesine die Hostessen selbst nicht gefragt hat – das habe ich nun nachgeholt.

Ich habe die Frauen zu Wort kommen lassen, die in knappen Outfits vor den Ständen stehen und Ihnen Fragen gestellt – mit interessantem Ergebnis! Einige Geschichten sind positiv überraschen, andere ziemlich traurig. Die genauen Fragen und eine Zusammenfassung der Antworten lest ihr nach dem Cut:

Zuvor muss gesagt werden, dass wir am Mittwoch auf der Gamescom waren, also am Fachbesuchertag. Es war noch nicht besonders viel los, sodass die Frauen vielleicht noch nicht viel auf der Messe erlebt hatten, aber dadaurch auch Zeit für die Interviews hatten. Es liefen auch auf jeden Fall schon private Besucher rum und die Hostessen wurden bereits viel fotografiert.
Allen fünf Interviewten habe ich diese Fragen gestellt und dabei versucht, die Punkte abzudecken, um die es beim CeBit-Artikel am meisten Diskussion gab:

1. Was ist Deine Aufgabe auf der Messe?
2. Gefällt Dir Dein Job?
3. Was machst Du beruflich?
4. Wie empfindest Du die Reaktionen auf Dich bzw. Dein Outfit?
5. Fühlst Du Dich auf Deinen Körper reduziert? Wenn ja, stört Dich das?
6. Hast Du privat Interesse an Computerspielen oder anderen Geek-Themen?

Hier sind nun die Antworten aller Hostessen und mein Eindruck zusammengefasst wiedergegeben:

 

Annabelle am Stand zum Shooter Shadow Company:
Annabelle, die mit AK47 an einem Stand, der wohl ein Gefängnis darstellen soll, auf und ab ging, hat die Aufgabe, den Stand „in Szene zu setzen“. Zur Zeit des Interviews gab sie an, dass ihr der Job Spaß macht. Es war allerdings gerade 10 Uhr am Fachbesuchertag und sie hatte auch ein bisschen Sorge vor den volleren Tagen. Annabelle macht sonst andere Arbeiten, die aber im ähnlichen Bereich (z.B. Modeln) liegen. Die Blicke von Männern machen ihr nichts aus, das gehöre dazu und war ihr vorher klar. Sie fühlt sich auch nicht im speziellen als Person reduziert; ihr Outfit findet sie ok, da es zum Spiel passt und der Rock nicht zu kurz ist. Privat hat sie garkeine Berührungspunkte mit der Szene.

Mein Eindruck war, dass Annabell ein wenig unbedarft an die Sache heranging. Sicher ist das ihr erster Job auf der Gamescom und ich kann mir nur grob ausmahlen, was sie jetzt, in den Besuchermassen teilweise erlebt.  Ich drücke ihr die Daumen, dass es nicht zu unangenehm wird.

 

Steffi vom eevoc-Stand, einem iPhone-Game:

Steffi hat mehr Verantwortung an ihrem Stand, der etwas abgelegener liegt. Sie bringt Besucher dazu, die FB-Seite des Spiels zu liken und hilft Ihnen dabei, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Ihr macht die Arbeit viel Spaß, was sie auch ausstrahlte. Sie verdient am der Messe Geld für ihr Studium. Die Reaktionen auf ihr Outfit (Gucken, Fotos machen) empfindet sie teilweise als unangehm, aber sie fühlt sich auch nicht aufs Körperliche reduziert, da sie einen Job hat, der übers hübsch aussehen hinausgeht und ihre Bekleidung sinnvoll zum Spiel und zum Stand passt. Sie hat privat garnichts mit Computerspielen zu tun.

Ich empfand Steffi als sehr aufgeschlossen und sympathisch. Sie wird sicher keine Probleme haben, mit aufdringlichen Besuchern unzugehen. Über Geeksisters hat sie sich erkundigt und wird diesen Beitrag auch lesen. Liebe Grüße an dieser Stelle ;)

 

Beata an Stand zum Adventure-Game van Helsing:
Auch Beata hat einen verhätnismäßig verantwortungsvollen Job am Stand. Sie wird nicht nur fotografiert sondern beantwortet auch Fragen zum Spiel und hilft bei der Bedienung des Spiels an Ausprobier-Stationen. Auch sie hat Spaß an der Arbeit und verdient damit Geld für ihr Studium in Ungarn. Gucken und Fotos machen stören sie nicht, aber ein Küsschen auf die Wange, was wohl auch vorkommt, geht ihr zu weit.  Beata weiß, dass unter anderem ihr Aussehen ihr den Job verschafft hat. Das empfindet sie insofern schon als Reduzierung aufs Körperliche, macht ihr aber nichts aus, es „gehört dazu“. Ihr  Outfit sieht sie auch eher als Kostüm. Sie ist übrigens selbst Gamer und Fähigkeiten im Computerspielen war Einstellungsvorraussetzung für ihren Job.

Dies ist für mich das positivste Beispiel unter den fünf. Nicht nur, dass vom Standbetreiber auf Interesse am Thema wert gelegt wurde – es gab laut Beata auch ein zweitägiges Training für den Job, darunter eine 5-Stunden Einheit Computerspielen, um Fragen zum Spiel beantworten zu können. Auch die Outfits der Frauen sind mit Sorgfalt gestaltet und haben wirklich Kostüm-Charakter, wenngleich vor allem die Hosen keine einzige Rundung verbergen. Was mir erst auf dem Foto aufgefallen ist: Diese Hostesse sind barfuß – sicher gesünder und bequemer als High-Heels. Im Gedränge wären irgendwelche Schuhe aber sicher nicht verkehrt…oO.

 

Namenlose Hostess am Stand von Resident Evil:
Auf die nette Begegnung mit Beata folgt nun die beunruhigenste Geschichte. Die kaum bekleidete Hostess am Stand von Resident Evil möchte lieber unerkannt bleiben. Ihre Aufgabe ist ein typischer Promotion-Job (Facebook-Likes, Gewinnspiel, Bedienung einer Fotowand). Grundsätzlich gefällt ihr die Art der Arbeit, aber die Sache hat einen Haken: Die Hostess wusste bis zum Morgen nichts von Ihrem Outfit, das einfallslos Bikini-artig und auf Brust und Hintern mit den Sponsoren beschriftet ist. Sie hatte sich erfolgreich auf einen Job an einem anderen Stand beworben. Kleidung dort: Jeans und T-Shirt. Die Agentur hat sie einfach „umgebucht“. Trotzdem möchte sie die Messe nun „durchziehen“, um Geld für ihr Studium zu verdienen. Weniger Stoff bringt hier übrigens mehr Geld!
Die Blicke der Männer sind ihr mit diesem Outfit aber sehr unangenehm und sie fühlt sich, gerade auch wegen des Verhaltens der Agentur, auf ihren Körper reduziert. Sie bezeichnet sich schon als computeraffin und spielt auch Computer. Es ist ihr aber wichtig, dass sie keiner ihrer Bekannten so sieht.

Das Gespräch hat mich wirklich erschüttert. Das Verhalten der Agentur ist natürlich völlig daneben. Klar könnte die Hostess den Job ablehnen, aber anscheinend braucht sie das Geld wirklich dringend. Da sie von weither kommt, wären damit auch noch die Kosten für Anreise und Unterkunft in den Sand gesetzt. Darüber hinaus ist es auch vom Publisher schwach – zu Resident Evil könnte man ja tolle Kostüme und Aktionen machen, deren Effekt über ein kurzes triebgesteuertes Glotzen und ein Like auf FB hinausgehen. Also auch an dieser Stelle verschenktes Potential – den größten Schaden aber hat natürlich die Frau…

 

Gina-Laureen am Stand von Razr
Im letzten Interview erfuhr ich, dass Gina-Laureen für Razr nicht nur vor sondern auch auf dem Stand die Leute anlockt. Durch Tanzeinlagen auf der Bühne und Interaktion mit dem Moderator soll sie „Stimmung machen„, was ihr Freude bereitet. Mit solchen Tätigkeiten hält sie sich über Wasser, da sie noch kein konkretes Berufsziel für sich gefunden hat. Blicke und Fotografieren empfindet sie nicht als unangehm, es gehört für sie zum Job dazu. Sie hat allerdings bei ihrem Outfit auf eine Strumpfhose bestanden, was ihr genehmigt wurde. Die anderen Frauen posieren teilweise in Unterhose. Sie fühlt sich nicht aufs rein Äußerliche reduziert und sieht keinen Grund ihr gutes Aussehen zu verbergen. Gina-Laureen spielt auch privat Computer, wenn es die Zeit erlaubt.

Gina-Laureen scheint mir die erfahrenste Hostess zu sein, was ihr auch das Selbstbewusstsein gibt, das vorgegebene Outfit zu hinterfragen. Das sie damit Erfolg hatte, ist ein gutes Zeichen, allerdings schienen die Frauen einigen Respekt vor ihrem Arbeitgeber zu haben. Die erste Hostess, die ich ansprach, hatte Angst, Ärger zu bekommen und auch Gina-Laureen wollte nicht zu viel Arbeitszeit für ein Interview opfern. Bei den Outfits lässt sich übrigens kein großartiges Konzept erkennen – mal von der Farbgebung und den Kopfhörern um den Hals abgesehen.

 

Mein Fazit
Haben sich die gängigen Vorurteile bestätigt? Nur zum Teil:

„Die werden benutzt und ausgebeutet“ Alle haben nach eigenen Angaben grundsätzlich Spaß an der Arbeit und empfinden sie nicht als so entwürdigend wie oft vermutet wird. Es stehen auch keineswegs nur naive Dummchen an den Ständen, sondern Frauen, die mit ihrem Aussehen Geld verdienen wollen. Mein Eindruck ist: Wenn ihnen die Promotion-Arbeit nicht grundsätzlich läge, würden sie einen anderen Job machen. Allerdings ist es einigen schon unangenehm angestarrt und womöglich auch angefasst zu werden.
Ich habe übrigens nicht nach der konkreten Bezahlung gefragt, aber es kam ja heraus, dass der Lohn umso höher, je knapper das Outfit ist. Das ist zwar ziemlich perfide aber irgendwie auch fair.

„Die stehen drauf“ Gerade von männlicher Seite kommt oft die Vermutung, die Frauen wollten ihren Körper so zur Schau stellen (und seien daher selber schuld). Ich habe das bewusst im 4. Punkt, den ich recht frei formuliert habe, mit abgefragt. Auf meine Unterstellung „…oder findest Du es auch cool, so angeschaut zu werden“ kam in keinem Fall ein Ja. Diese Argumention sollte also entkräftet sein!

Die haben keine Ahnung, was sie bewerben“ Das trifft tatsächlich teilweise zu. Allerdings geht es auch anders, wie die Geschichte von Beata zeigt, die sogar „am Spiel“ trainiert wurde. Wir können nur hoffen, dass sich sowas mit der Zeit durchsetzt, denn es macht auch auf einen Mann bestimmt mehr Eindruck, wenn die Frau am Stand „nicht nur“ schön aussieht, sondern auch einen Plan vom Produkt hat, das beworben wird. Das bewirkt sicher auch, dass den Frauen dann mehr Respekt entgegen gebracht wird.

Insgesamt war ich positiv überrascht, dass einige Hostessen recht verantworungsvolle Jobs haben. Man kann von Steffi, Beata und auch von der namenlosen Frau bei Resident Evil keinenfalls sagen, dass sie nur „dumm“ rumstehen und lediglich sexy aussehen. Ich finde auch, dass es in den Outfits erhebliche Unterschiede gibt – einige sind billig und einfallslos, andere sind sogar fast geschmackvoll. Trotzdem empfinde das ganze „System Hostessenarbeit“ als ziemlich überflüssig und sexistisch, aber das möchte ich den einzelnen Frauen nicht anlasten. Für sie ist es eine Möglichkeit Geld zu verdienen und die meisten wissen, was sie erwartet. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn Skills in Computerspielen und Komminikationsfreudigkeit oder ähnliches mehr zählen als klischeehaft sexy auszusehen, aber davon sind wir definitiv noch weit entfernt!

Zum Schluss: Ich kann jedem Blogger/jeder Bloggerin nur empfehlen, sowas mal zu machen. Die Frauen (von denen ich bewusst nicht als Mädels, Ladys usw. gesprochen habe) waren alle sehr freundlich zu mir und oft auch interessiert an unserem Blog-Projekt. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung!

Ich hoffe, ihr diskutiert nun wieder fleißig mit uns:
Was haltet ihr vom Hostessen-Job? Gehört er abgeschafft oder gehören „Messebabes“ einfach zur Gamescom dazu?
Hab ihr selbst Erfahrung in dem Bereich und möchtet sie mit uns teilen?


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Geschrieben von
Trekkie > Germanistin > Geek von Beruf
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  • http://chaosmacherin.de/ Geeksister_Sumi

    Die Mädels vom Resident Evil Stand tun mir echt leid… :/ Die „Kostüme“ sind so dämlich! Dabei bietet das Spiel doch die perfekte Vorlage für klasse Kostüme.
    Beata finde ich super. Ganz davon ab, dass die Hostessen vom Van Helsingstand die schönsten Kostüme hatten wirkt sie auch verdammt sympatisch.
    Das Gina-Laureen auf eine Stumpfhose bestanden hat finde ich mega cool von ihr. Selbstbewusst und nicht willenlos.

  • Pingback: gamescom 2012: Sexy Babes und schrille Cosplayer im Video - jetzt anschauen!()

  • Lady_whiteadder

    Danke, interessanter Bericht. Gibt es eigentlich männliche „Hostessen“? – War noch nie auf der Gamecon o.ä.. Immerhin gibt es genug männliche Spielhelden.. Freilich seltener so sexualisiert und knapp bekleidet … Also wenn die Kostüme zum Spiel passen, ist das legitime Werbung, aber bitte schön nicht zu plump „Sex sells“. Das Positivbeispiel Beata finde ich ermutigend – sollten mehr Spielehersteller machen. „Resident Evil“ geht gar nicht.

    • http://chaosmacherin.de/ Geeksister_Sumi

       Ja, sowas gibt es auch. Auf der diesjährigen Gamescom, gab es zum Beispiel ein Hitman Model, mit dem man sich Fotografieren lassen konnte. Und beim Medal of Horner stand gab es zwei als Soldaten verkleidete junge Männer. Letztes Jahr gab es beim Mass Effekt Stand einen Commander Shepard. Ebenfalls zum Posieren auf Fotos. Wärend die Damen eher Sexy sein sollen, sollen die Männer möglichst cool rüber kommen.

    • Geeksister_Valerie

      Schön, dass du nach den männlichen Hostessen fragst. Den Hitman habe ich auch gesehen, er kam mir aber fast schon als Schauspieler vor. Er verkörperte ja eine ganz bestimmte Rolle und war auch komplett bekleidet. Sich mit ihm zu fotografieren, ist dann eher cool und bezieht sich auf das Spiel. Bei den weiblichen Hostessen wollen die Männer wsl eher zeigen: Guckt mal, ich hab so nah neben einer sexy Frau gestanden.

  • http://www.zeitzeugin.net/ Zeitzeugin

    Ein par meiner Freundinnen/Bekannten machen das und ich hätte mich auch beworben, würde ich nicht gerade Diät machen *g*

    Also… für mich sind Hostessen ganz normale Menschen.

  • http://www.facebook.com/mrscandyce Chrissy Einwallner

    Ich glaube, dass man da Unterschiede machen sollte. Razer und Capcom (RE) finde ich diesem Fall schon eher..falsch. Wie schon gesagt hätte man zu RE ganz andere tolle Dinge machen können und auch bei Razer frage ich mich immer mehr ob sie Mäuse oder Pornos verkaufen. Ich habe nichts gegen etwas nackte Haus, aber es sollte eben passen. Auf mich wirkt eine im Fantasy-Style angehauchte Dame mit freiem Bein einfach authentischer als ein Razer Mädchen im knappen Unterhöschen beim Tanzen. Und das wirft, besonders auf jüngere Messebesucher auch ein ganz anderes Licht ;)

  • http://www.facebook.com/philipp.goerke1 Philipp Görke

    Also ich war dieses jahr wie auch die letzen 4 wieder mit einer Dauerkarte da. Ich würde es mal so ausdrücken… wären sie nicht da würde es mich auch nicht stören. Aber wie ja oben steht machen die meisten es weil sie einfach das geld brauchen. Das ist für mich auch einer der gründe warum ich mich nie mit ihnen ablichten lasse.
    Ziemlich übertrieben fand ich allerdings den Stand von World of Tanks wo regelmäßig mindestens zwanzig oder mehr in kleinen 2×2 m Kästen auftraten.

  • http://barely-entertaining.com/ Robin

    Ich finde es sollte einfach mehr männliche Hostessen geben:) Seltsamerweise habe ich aber an 3 Tagen (Freitag,Samstag,Sonntag) keine einzige halbnackte Hostesse bei Razer gesehen. Dafür BMX und Jan Hegenberg:) Hoffe das setzt sich durch und die geben ihr geld dafür aus!

  • Wiesonicht

    ich finde das alles überhaupt nicht schlimm, sie hat sich selber dafür entschieden dort hin zu gehen. Die aussage ich wusste nicht wie es dort aussieht .. denke die sind so schlau und schauen sich vielleicht 1-2 videos im internet wie es dort zugeht… und wenn sie sich soooo schlecht fühlen und ausgebeutet ihres weiblichen bildes können sie auch einfach ihre sachen packen.. alles in allem passt es im endeffekt

    • Geeksister_Valerie

       Naja, die Interviews haben ja gezeigt, dass es ganz unterschiedlich aussieht. Die Hostess von Resident Evil, die ohne ihr Wissen plötzlich in ein Bikini-Outfit gesteckt wurde, konnte wahrscheinlich schon aus finanziellen Gründen nicht alles hinschmeißen. Sie sagte, dass sie weit weg wohnt und somit hätte sie Anreise und Unterkunft bezahlt ohne etwas zu verdienen.

  • http://twitter.com/GamingGadgetsDE GamingGadgets.de

    Sehr interessantes Thema und gut zusammengefasst.

    Ich persönlich finde das Thema „Hostessen auf Spielemessen“ schon recht schwierig. Einerseits will die Branche ernst genommen werden, andererseits bedienen sie die pubertierenden Kids mit leicht bekleideten Damen. Finde ich schon irgendwie übel, auch wohl auch bezeichnend.

    Zum Job selbst: Kann man offensichtlich nicht alles pauschalisieren – aber wenn jemand mehr oder weniger dazu gezwungen wird, ein Outfit anzuziehen…tja…das ist schon fast so etwas wie Prostitution, oder?

  • Denise E.

     „Ich habe das bewusst im 4. Punkt, den ich recht frei formuliert habe, mit abgefragt. Auf meine Unterstellung “…oder findest Du es auch cool, so angeschaut zu werden” kam in keinem Fall ein Ja. Diese Argumention sollte also entkräftet sein!“ – Methoden qualitativer Forschung 101: Wenn man Suggestivfragen stellt (und der Unterton klingt hier suggestiv) bekommt man die Antwort, die man hören will. Keine Ahnung, ob du die Frage wirklich so gestellt hast, dann finde ich die Antworten aussagelos. Das heißt nicht, dass die Betroffenen auf eine offene Frage anders geantwortet hätten, bloß, dass ich es so nicht einschätzen kann. Ich sage hiermit auch nichts darüber aus, wie ich das Ganze finde. Nur, dass ich die Fragestellung problematisch finde..

    • Geeksister_Valerie

       Ja, da hast Du schon recht. Einige Fragen waren sicher etwas suggestiv gestellt. Ich hab auch mal Psychologie studiert und weiß dass astreine Erhebungen anders aussehen. Den Anspruch hat das hier aber auch garnicht…
      Andererseits: Wenn ich suggestiv gefragt haben „Findest Du es vielleicht auch cool?“, dann hätte doch eigentlich ein Ja kommen müssen, weil ich das ja suggeriert hätte oder denk ich jetzt total falsch?
      Auf jeden Fall danke für Deine Kritik :) Freut mich natürlich, wenn jemand meinen Beitrag aufmerksam liest und durchdenkt!

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  • Philip
    • Geeksister_Valerie

      Vielen Dank für den Link!

  • Roram

    Ich kann mich auch ein die GC 2011 erinnern, wo Massen von Leuten am Riot Games – Stand waren. Als ich dann bis in die erste Reihe kam und quasi neben 2 Hostessen stand haben diese mich und Umstehende gefragt worums in dem Spiel überhaupt geht etc. Einerseits zeigt das zwar, dass sie keine Ahnung davon haben, dennoch haben sie nicht soooo oberflächliche Fragen gestellt sondern gezielt nach Spielmechaniken.

    Ich kann zwar nicht daraus schließen ob sie sonst auch Videospiele spielen (ich finde den Ausdruck „Computer spielen“, der im Artikel benutzt wurde irgendwie.. merkwürdig), aber dass sie wirklich 0 Ahnung hatten hat mich irgendwie.. Nun „angepisst“?^^

  • Smiley :)

    Annabelle hat ihren Job tatsächlich nach dem ersten „richtigen“ Tag gekündigt, danach durfte ich ihn machen. :)

    Zu dem Thema das wir nicht wissen, was wir bewerben kann ich sagen, dass das auch oft nicht unser Job ist.
    Häufig sind wir einfach nur dafür da auf den Stnd aufmerksam zu machen, small talk mit den Messebesuchern zu halten und sowas. Wenn irgendwelche tiefgründigeren Fragen kommen, sollen wir meist jemand dazu holen der mehr Ahnung hat.

  • Tara

    Ich fand deine Bermerkungen zu den Mädels aber auch nicht ohne. Bist du ihre Lehrerin, dass du sie in ihrer Arbeit bewerten musst?

  • http://www.divamap.com/localsearch?suche-Ladies-Hostessen-Huren%5Borigin%5D=wolfsburg wob-ladies

    Mir hatte die Messe auch total gut gefallen, war selbst als Hostess dort :)

    liebe Grüße