09 Mrz 2012

Gedanken zu den CeBIT Hostessen einen Tag nach dem Weltfrauentag.

35 Kommentare Frauen und Geektum geschrieben von Gesine

Am Dienstag war ich auf der CeBIT.

Die CeBIT ist eine großartige Messe. Dort gibt es Unmengen an neuen Erfindungen, technischem Schnickschnack, Dingen, die die Welt nicht braucht (oder gerade deswegen ganz fürchterlich nötig hat) und – Hostessen.

Unter Hostessen versteht man in der Regel wenig bekleidete, auf Fms (“Fick mich schnell”) Tussi getrimmte Frauen, die an Messeständen stehen und das vor allem männliche Publikum anlocken sollen, wenn es die eigenen präsentierten Produkte schon nicht tun. Sex sales, oder so ähnlich. Ist es eigentlich Zufall, dass mich das Wort ‘Hostesse’ stark an ‘hostage’ erinnert?

So wie die ‘armen’ Frauen da herumstehen, entmündigt, zum Objekt männlicher Begierde degradiert, ein Stück Fleisch in hübscher Verpackung, auf Anweisungen, was sie zu tun und zu lassen haben, wartend? Was geht ihnen wohl durch den Kopf, während sie den ganzen langen Tag auf Highheels herumstöckeln, für Photos posieren, Werbung verteilen? Wahrscheinlich “Stur lächeln und winken, stur lächeln und winken…”

Ok,niemand zwingt diese Frauen, diesen Job zu machen, ist schon klar, dass das freiwillig erfolgt. Aber ist es nicht irgendwie bizarr, dass wir immer noch in einer Gesellschaft leben, die das ‘Produkt Frau’ auf diese erniedrigende Art und Weise vermarktet?

Pearl wartete an seinem Stand sogar mit der amtierenden Miss Germany auf:

Miss Germany durfte im Gegensatz zu den meisten anderen Hostages, äh, Hostessen, zwar das Wort ergreifen, doch leider hatte sie nichts Gescheites zu sagen. Ich zitiere, was sie sinngemäß zu ihrem (männlichen) Kollegen sagte: “Äh ja, also das hat mit Technik zu tun, mach Du das mal lieber.” ARGL. Wie kann man sich nur selbst so entmündigen? Wer bitte schön hat die Miss Germany gewählt? Ich jedenfalls wurde nicht gefragt. Aber es geht noch weiter, als Werbegeschenke verteilt wurden und man sich, um Interesse zu bekunden, melden musste, bemerkte Miss Germany zu einer jungen Dame, die ihre Hand erhob: “Oh, eine Frau, mhm, ja also, wir haben auch Ohrringe.” Es ist ja eine Sache, wenn sie sich selbst zum Horst m8, aber muss sie das gleich auf ihr gesamtes Geschlecht ausweiten? :-(

Das erinnert mich stark an Malibu Stacy, die Barbie aus den Simpsons. In einer Folge gab es diese in einer Version als Aufziehpuppe, die sogar ein paar denkwürdige Sätze sprechen konnte à la: “Frag mich nicht, ich bin bloß ein Mädchen, hihihihihi.”

Lisa lies daraufhin eine eigene Aufziehpuppe entwickeln, die wirklich etwas zu sagen hatte – diese wurde aber nur von einem einzigen Mädchen gekauft. Man mag ja von den Simpsons denken was man will, aber diese Folge ist mir als besonders positiv und sozialkritisch in Erinnerung geblieben.

Zwar laufen auch nicht alle Hostessen auf der CeBIT halbnackt herum, aber ein mehr an Kleidung entpricht nicht einem gleichzeitigen mehr an Verantwortung. Trotz langer Hosen kam auch diese Dame nicht zur Wort, ihre einzige Aufgabe bestand darin, herumzustehen und hübsch auszusehen. Lächeln und winken, lächeln und winken…

Auch die Bundesdruckerei lies sich nicht lumpen und trat mit einem ganzen Konvolut an adrett zurechtgem8en, stummen Stewardessen auf den Plan. Uniformstil weckt ja bei vielen auch die eine oder andere Phantasie.

Und gestern war der Weltfrauentag… viele mögen denken, dieser Tag sei unnötig, übertrieben, geradezu lächerlich in Anbetr8 der Tatsache, dass wir in Deutschland zumindest auf dem Papier Gleichberechtigung und Gleichstellung haben – aber wie man (nicht nur auf der CeBIT) sehen kann, ist die Realität von dieser Wunsch-Fiktion noch weit entfernt.

So lange wir Frauen uns zum reinen Objekt herabwerten lassen (und ich denke, dass hierzu immer zwei gehören, einer, der abwertet und eine, die sich abwerten lässt!) kann von Gleichstellung (man verwechsle dies bitte nicht mit Gleichmachung!) nicht die Rede sein. Nach dem jetzigen Stand der Dinge haben wir wohl noch einen weiten Weg vor uns.

Ein Wort zum Schluss: Beim Promarkt in Rendsburg, wurde am Weltfrauentag jeder Dame, die das Geschäft betrat, ein kleines Geschenk in Form einer Blume überreicht. Eine Geste, die an sich ja ganz süß ist und mit Sicherheit eine gewisse Wertschätzung der Frau gegenüber zum Ausdruck bringen sollte, aber irgendwie ging der Schuss nach hinten los… denn diese Aktion wurde offensichtlich von einem Mann geplant, anders ist es nicht zu erklären, dass es sich bei den Blumen ausgerechnet um Stiefmütterchen handelte…  Na danke aber auch.

 

Geschrieben von
Hier bin ich, die Gesine :D
  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100002483282071 Bet Ti

    Danke, ihr sprecht mir aus der Seele, weiter so! :)

  • Warnmara

    Stimt einfach nur. Volle  Zustimmung meinerseits!

  • http://www.facebook.com/nagumo.de Nagumo Daemon SaDiablo

    Toller Artikel. Va endlich mal ein blog, der meinem Verstaendnis von guter, angemessener und moderner Genderpolitik entspricht.

  • http://www.facebook.com/hendrik.niemeyer Hendrik Niemeyer

    Voll ins Schwarze getroffen.

    Vor allem gibt’s die “billigsten” Hostessen bem Gaming-PC-Bedarf… Wer hätte das gedacht :)

  • C27926

    Eine CeBiT ohne Hostessen wäre irgendwie langweilig, oder? Ok, die oben vorgestellten gehen ja mal gar nicht ;-) Gleichstellung – Also auch ein paar Hostessen für das Weibliche Auge?!

    Grüße aus Glinde

  • Student

    Ich kann dir Frauen da nur beneiden, nur dadurch wie sie aussehen Geld zu verdienen un das ohne irgendwas zu können kann auch ein Segen sein. Als Mann einen Job auf einer Messe zu bekommen ist mehr als schwierig und wenn man neben dem Studium schnelles Geld machen will sind das super bezahlte Jobs. Die Frauen dort gehen paar tage arbeiten und haben echt ein super Gehalt. Wenn mir einer für so einfache arbeit das Geld in die Hand drückt würde ich es auch machen, egal ob es mich zu einem Objekt macht.

    Will nicht sagen das alles richtig läuft und Frauen oft in berufen wo fast nur Männer arbeiten es leicht haben, aber wenn ich so den Bericht lese dann kommt es mir so vor als würde hier auch gleich das Thema Frauenquote kommen und dazu kann ich nur sagen. Frauen die sowas fordern machen es dehn Frauen dann noch schwerer die wirklich etwas drauf haben. Ab dem Zeitpunkt wo eine Frau dann in Führungspositionen oder ähnlichem gesetzt wird gilt sie als Quotenfrau und wird dann erst von jeden doppel so stark überprüft. Gerade wenn man ein Technisches Studium macht sie man auf 100Männer 3-4Frauen. Das Heist für mich dann jede der Frauen muss früher oder später eine Führungsposition bekommen damit die Quote  gehalten wird. Will nicht sagen das es von den 3-4 nicht auch 2 verdient hätten aber die anderen…bin jetzt bisschen vom Thema abgedriftet ^^

    • Geeksister_Gesine

       Das klingt ja nun fast so, als wenn sich die wenigen “klugen” Frauen darüber freuen sollten, dass es so viele “dumme” gibt, die sie dann im Verhältnis besser dastehen lassen ;)
      Ich weiß übrigens nicht, was man als Hostesse pro Stunde verdient, kannst Du da mit ein paar Zahlen aufwarten?
      “Ich kann dir Frauen da nur beneiden, nur dadurch wie sie aussehen Geld
      zu verdienen un das ohne irgendwas zu können kann auch ein Segen sein.”
      Das ist genau das, was ich meine…viele der Hostessen haben möglicherweise sogar was im Kopf, nur interessiert es niemanden, was sie zu sagen haben und das ist doch einfach nur schade…

      • Student

        Kurz mal gegoogelt 
        80-180 EUR je Tag 10-12€ die Stunde
        und das wohlgemerkt nur für da stehen lächeln und paar Fotos machen lassen.

      • Student

        hatte vergessen auf den 2ten Teil zu antworten. Ich denke schon das sie etwas zu sagen haben nur denke ich das die Frauen die da etwas können meist etwas ganz anderes Studieren oder Lernen, es ist nun mal so das Frauen im Technischen bereich zu einer Minderheit gehören wie Männer halt in berufen wie Kinderbetreuung usw. Auf solchen messen gehe ich jetzt mal von aus war noch auf keiner Sind min 50% Frauen auf den Ständen und werden Beraten. Ich denke man verbindet auch einfach mehr Kompetenz in Sachen Technik mit Männern und Erziehung , Mode mit Frauen das ist einfach in den Köpfen drin ob es stimmt oder nicht ist ja eine andere Frage.

  • Kai

    Jaja, und wenn ein halbnacktes männliches Unterwäschemodell irgendwo hinstellt, dann bleiben die Frauen alle stehen und bedauern den Mann, weil er ja nur auf sein äußeres reduziert wird… also bitte, sex sells funktioniert auf beiden seiten… niemand zwingt die Frauen dazu, als Hostess zu arbeiten… und warum man von der Gleichberechtigung nur wegen Messebabes weit entfernt sein sollte, wurde auch nicht ganz schlüsslig erklärt…

    sagt es doch einfach so: Frauen haben angst vor schöner Konkurrenz… aka Stutenbissigkeit

    • Geeksister_Gesine

       Ja, klar, Totschlagsargument. Ich weise auf diesen Missstand natürlich nur hin, weil ich selbst zu hässlich bin, um als Hostess arbeiten zu können und vor lauter Eifersucht will ich deshalb, dass es auch keine andere tut, weil ich das nicht ertragen kann. ;)

  • Kleeblatt2003

    Ich finde, man sollte sich nicht über kostenlose Blumen beschweren, auch Stiefmütterchen sind schöne Blumen und können ja wohl nix für Ihren Namen…

  • R2-D2

     Wie schon von Student geagt ich würde mich auch ger hinstelln können, gut aussehn und dafür Geld bekommen. Aber mal ehrlich wollt ihr überhaupt Gleichberechtigung? Ich erwähne hier nur mal Frauenparkplätze oder das Frauen nie Wehrdienst hatten, Extrarabatte auf der Kartbahn, etc. Mein alter Lehrer hat damals immer gesagt: “Wer wählen will soll Wehrdienst leisten!”

    • http://www.facebook.com/profile.php?id=100002483282071 Bet Ti

      Frauenparkplätze gibt es nur, weil es mehr kranke und perverse männliche Gewaltverbrecher gibt, als weibliche!

      Wehrdienst? Gerne, aber wer hat dann damals auf die Kinder aufgepasst? Bestimmt nicht der Vater!

      Extrarabatte? Warum zahlen dann Frauen mehr beim Friseur, bei der Wäscherei etc. und kriegen weniger Lohn als ihr?

      Der Wehrdienst wurde übrigens mittlerweile für alle abgeschafft!

  • http://www.facebook.com/chaossi David Schmidt

    Richtig. Ein sehr guter Artikel. Die Freiwilligkeit kann man übrigens auch ein wenig relativieren. Bei den machtverhältnissen und den Lohnunterschieden, der Sozialisation und der Dummheit/Ignoranz/Rücksichtslosigkeit/Ausbeuterei/Dominanz der Männer/Gesellschaft ist es oft genau das was bei herauskommt. 

  • May

    Toller Artikel! Man fragt sich doch, ob die Frauen eigentlich wissen, wo sie sind. Schlage einen Geektest als Einstellungskriterium für Hostessen auf der CeBIT vor, so leere Blicke sind ja fast beleidigend.
    Und einige der Kommentare hier zeigen deutlich, dass es höchste Zeit war, Geekfrauen auch mal zu Wort kommen zu lassen. Keep up the good work!

  • http://fluchderrepublik.blogspot.com/ Forschungstorte

    Schön ausgedrückt. Diese Fleischbeschau geht mir mittlerweile seit ich denken kann auf den Geist. Wenn es wenigstens 50/50 mannfleisch/fraufleisch wäre somit die Augen ALLER Menschen angemessen mit “Guckmaterial” gefüttert werden bleibt es zwar noch primitiv aber weniger vermessen und idiotisch. 

  • Christoph Fleischer

    Ich kann die grundsätzliche Haltung der Autorin nachvollziehen, muss Ihr aber entschieden und differenziert widersprechen.

    1. diese Frauen machen auf eine extrem einfache Art und Weise einen relativ hohen Betrag (ein Mann hat nicht diese Möglichkeit, wie sieht es da mit Gleichberechtigung aus??).

    2. ich verstehe den Punkt, dass es sehr schade ist, dass wohl anscheinend die Männer das Wort an den Messeständen übernehmen und wenn dem nicht so ist (wie das im Text skizzierte Bsp. der Miss Germany) nicht kompetentes dabei herauskommt: dazu kann ich nur sagen, dass ich die Mädels die den Blog hier führen wohl zu einer Minderheit unter den Frauen gehören die sich mit Technik auskennen. Aus der reinen Tatsache heraus, dass deutlich mehr Männer mit der Materie beschäftigt sind ist es mathematisch determiniert, dass auch primär Männer vorne stehen. Nichts für ungut (und ich meine das weiß Gott nicht stereotypisch und klischeehaft weil ich durch meine Ex-Freundin weiß was für eine ernsthafte Wissenschaft daraus machen kann) aber von Mode oder in Beziehungspunkten würde ich den Rat einer Frau immer mehr vorziehen, hier gehören die Männer mit entsprechenden Kompetenzen zu der Minorität.

    3. Zielgruppe: Wie schon erwähnt sind meistens die Männer die “Techniker im Haus” (das muss nicht immer sein will ich betonen, ich bin selber kein Technik-Ass, aber i.d.R.), was bedeutet, dass die Stände nicht Frauen sondern Männer anlocken sollen. Und ja wir leben in einer liberalen Zeit (ich kann das nur gut heißen) in der auch Homosexualität kein tabu Thema mehr ist, aber ich fürchte dass die meisten männlichen Messebesucher heterosexueller Natur sind. Ergo: ja aufgebrezelte Mädels sind wahrscheinlich eine verflucht gute Idee um Männer anzulocken, was genau hat das mit “Ausnutzung” der Frau zu tun, wohl eher mit einer Ausnutzung des Schwanzgesteuerten Mannes, oder liege ich hier falsch??

    4. Ich finde die Mädels sehen super aus und Frauen sind definitiv das ästhetischere Geschlecht. Ich finde es schön das so etwas kaltes und abstraktes wie eine Technikmesse (was mich selber wahnsinnig interessiert aber ich könnte wahrscheinlich trotzdem ohne die “Messe-Babes”) durch so etwas ansehnliches und authentisches wie eine leibhaftige gutgebaute und sexy gestylte Frau aufgewertet wird.

    Summa summarum kann ich folglich eine Kritik an dem bezeichneten Fehlstand auf der Messe (od. jeder anderen Messe auf der ein ähnliches Marketing betrieben wird) nicht nachvollziehen. In anderen Bereichen des Lebens gehört einer Frau wahrscheinlich mehr unter dem Arm gegriffen als bei so einer Banalität.

    • Geeksister_Gesine

      Punkt 1: Ich weiß nicht, was eine Hostesse verdient. Ist das wirklich so überirdisch viel, wie hier gern geschrieben wird? Ich habe während des Studiums ua privat Nachhilfe gegeben und dafür bis zu 20,-/h bekommen. Bekommt man als H. so viel mehr?
      2: Ich bin mir bewusst, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt und das ist auch gut so. Deswegen schrieb ich dass es einen Unterschied zwischen Gleichstellung und Gleichmachung gibt. Wobei ich denke, dass gerade die “Technikfeindlichkeit” der Frau zu einem nicht unerheblichen Teil ebenso anerzogen ist wie die Unfähigkeit, einzuparken. Weil es schon kleinen Mädchen suggeriert wird, dass die Welt so funktioniert und sie sich dann dem anpassen.
      3. Die “Ausnutzung” liegt sicherlich auf beiden Seiten – aber ich empfinde es für die Frauen als schlimmer, weil sie die Objekte sind, unter denen die Männer wählen.
      4. Was mich stört, ist das systematische Einsetzen von Frauen, die nur “rumstehen und hübsch aussehen”. Wenn die Chefin des Standes meint, im Minirock mehr zu erreichen, nun gut. Meiner Meinung nach lenkt das aber eher von der Sache ab. Das ist aber trotzdem was anderes, als Dritte dafür zu instrumentalisieren, die nur durch wortlose Äußerlichkeiten überzeugen sollen.

  • DerRüffelBüffel

    Oh wau, wenn ich gewusst hätte, dass die CeBit so viel zu bieten hat, dann wäre ich schon längst hingefahren ;-)

    Frauen bekommen gerne bewundernde Blicke und Männer bewundern gerne schöne Frauen. Wo ist das Problem? Genau so gut könnte man sich darüber aufregen, dass Vögel fliegen und Regen nass ist…

  • Jan

    Ich muss mich hier in so einigen Sachverhalten dem Herrn  Christoph Fleischer anschliessen. Bitte seid nicht wie der Rest der, sagen wir mal “Normalität ausübenden Weiblichkeit” (meckern, zicken, beschweren, Wert auf Aussehen legen, aber keinen ordentlichen Protest auf die Beine gestellt bekommen).Viel angebrachter wäre es doch, dass ihr eure eigenen Produkte rausbringt und selber Messestände aufbaut, denn das ist der einzige Weg diese Unbalance auszugleichen. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn ich mal von mehr weiblichen Geeks Vorträge anhören könnte, so wie beispielsweise Constanze Kurz vom CCC.Hatte getdigital nicht auch nen Stand auf der CeBit(kein Vorwurf, sondern wirklich ne Frage)? Habt ihr da was vorgestellt? Wollt ihr nicht mal auf Messen sprechen? Angemerkt sei weiterhin, dass ich vorgestern auf der FoodEx Japan war – ihreszeichens auch eine Messe. Diese war an allerhand Kunden aus dem Bereich Business gerichtet, und grösstenteils sah man auch Männer in Anzügen. Gleichfalls aber auch einen riesigen Haufen japanischer Hausfrauen als Messebesucher (genauso Frauen in Anzügen und Männer mit Babys), und weder Booth Babes noch irgendwelche Hosts waren zu sehen. Alle Frauen die mir Produkte angeboten haben, wussten darüber auch Bescheid. Den Chef (Oder oft auch die Chefin) musste nur geholt werden, wenn ich mein Business vortragen wollte. Das eine Messe, die an das normale Volk (also die Leute, die ein Produkt kaufen statt einen Vertrag für monatliche Belieferungen in vierstelligen Tonnenangaben abschliessen) gerichtet ist, auch auf dem Niveau der mittlerweile recht eindimensionalen deutschen Gesellschaft wirbt, sollte auf der Hand liegen. Bitte werdet mit eurem Blog nicht noch feministischer.Ich hab ihn bisher gern gelesen, weil ihr eben ANDERS seid als normale, eindimensionale Frauen die immer nur die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft sehen, und die klugen aber machtlosen Köpfe, wie hier auch zahlreich in den Kommis vertreten, einfach ignorieren. Und seit wann bedeutet Geektum, auf anerkannte Gesellschaftsnormen oder eben irrelevante Praktiken der Gesellschaft Wert zu legen? Lasst das Volk doch vor dem Fernsehen verdummen, während wir uns im Internet bilden, verbinden, bespassen! Am besten könnt ihr die Situation ändern, indem ihr euch SELBST in die Strukturen etabliert und es besser macht. Die meisten Firmen, die von Frauen geleitet werden, nehmen es sich raus, plötzlich 90% MitarbeiterINNEN zu haben – im Endeffekt kommt es auf das Gleiche heraus oder nicht?Seid doch einfach mal stolz drauf dass selbst die Dümmsten eures Geschlechts noch für was gut sind, während die männlichen Loser sich darum kümmern müssen, dass ihre PCs nächstes Jahr noch alle aktuellen Spiele zum laufen bringen und Muttis Taschengeld dafür auch noch reicht. Macht es besser, und meckert mit euren Geschlechtskollegen (was ich hier teilweise schon rauslese, sehr gut!), helft euch gegenseitig. Es ist euer Zugzwang!

    • Jan

       ich möchte weiterhin anmerken, dass ihr ruhig mal irgendwo darauf hinweisen könnt, dass ihr Gravatar verwendet und damit schon meine Identität freigebt, wenn ich lediglich meine E-Mail Adresse angebe.

      • Geeksister_Gesine

        Danke für den Hinweis, das werden wir als nächstes umsetzen.

    • Geeksister_Gesine

      getDigital hatte einen Stand auf der CeBIT und Valerie als Presse und PR Verantwortliche war selbstverständliche auch zugegen und hatte mit den Kunden auch so einiges zu besprechen :)
      Was Vorträge auf dem CCC bspw. betrifft-ja, wir denken darüber nach, je nachdem, wie dieser Blog hier auch ankommt, werden wir unsere Aktivitäten bei Interesse aus ausweiten.
      Wir sind ja nun auch kein Feministen Blog, sondern ein female geek blog, dennoch kann es eben mal zu Überschneidungen kommen ;) 

  • Angemerkt

    Vielleicht interessiert es hier ja mal jemanden, wie die Hostessen selber die Cebit und ihren Job erleben? Die Autorin hat sie jedenfalls entmündigt und bezieht sich somit ebenso auf weitverbreitete Klischees, die sie selber in ihrem Artikel anprangert. Ihre eigenes Geschlecht als stumme Objekte, Puppen und Hostages zu betieteln, ohne auch nur ein Wort mit ihnen gewechselt zu haben, hat meine Erachtens herzlich wenig mit Feminismus und Gleichberechtigung zu tun.
     
    Ich habe letzte Woche 7 Tage auf der Cebit als Hostess gearbeitet. Zuallererst möchte ich betonen, dass es unterschiede in der Bekleidung sowie den Tätigkeiten gibt. Alle Hostessen über denn Kamm der Halb-Prostitution zu scheren, ist daher falsch und undifferenziert. Ich habe bei uns am Stand beispielsweise den Kunden das Produkt erklärt und ihnen bei der Anwendung dessen geholfen. Zweitens, um hier mal den sozialkritischen Ton von der Autorin aufzugreifen, möchte ich klarstellen, dass ich und viele meiner Kolleginnen ihr Studium durch Tätigkeiten als Hostess mitfinanzieren. Ich bin nicht zu doof, um mir einen anderen Nebenjob zu suche. Die Hostessenjobs sind eine gute Gelegenheit flexibel zu arbeiten und gutes Geld zu verdienen. “Stehen und lächeln” oder “rennen und Teller trage- für weniger Geld” nimmt sich leider herzlich wenig in der Anwendung geistiger Fähigkeiten. Daher ist es ja auch ein Nebenjob und nicht die Erfüllung meines irdischen Daseins.

    Ich möchte keinesfalls den sexistischen Tenor auf Messen und die Frauenfeindlichkeit vieler Austeller infrage stellen, aber dieser Artikel bleibt undifferenziert und die Autorin beweist damit, dass sie genauso wenig Einfühlvermögen besitzt, wie viele der männlichen Besucher. Wer wirklich was bewegen möchte, der tritt in Dialog!

    • Geeksister_Gesine

       Von Halb-Prostitution war hier nie die Rede ;) Wobei ich mir allerdings sicher bin, dass es Angebote in Hülle und Fülle gibt, dass Gehalt nach Messeschluss noch aufzubessern. Einladungen bekommt man ja schon als weiblicher Besucher …
      Ich hätte den Hostessenjob während des Studiums nicht machen wollen. Gerade weil ich was im Kopf habe, hätte ich mich nicht für Hilfstätigkeiten dieser Art hergeben wollen. Es wäre mir einfach unangenehm gewesen, auch, weil ich nicht darüber stehen könnte, dass alle andere in mir nur das Messepüppchen sehen. Nur, weil es diese Jobs gibt und weil sie flexiblen Verdienst ermöglichen, heißt das ja noch lange nicht, dass man sie machen muss.
      ” aber dieser Artikel bleibt undifferenziert” – Natürlich ist er das und das ist doch auch die Intention! Als Bloggerin möchte ich keine Doktorarbeit in Sozialstudien schreiben und das Hostessen Thema von allen Seiten eingehend bearbeiten – das interessiert niemanden und das liest niemand. Ich möchte verhältnismäßig kurze Texte mit einer Meinung schreiben, zu der es Resonanz gibt. Ich möchte zum Nachdenken anregen, zu der Beschäftigung mit diesem Thema und das gelingt auf die geschehene Art viel besser als mit einem WischiWaschi-ich-will-niemandem-zu-nahe-treten-Blabla.

  • Tim

    Genau solche Diskussionen über Nichtigkeiten sind es, die den eigentlich richtigen und wichtigen Ansatz einer Gleichberechtigungsdebatte untergraben. Wie in dem Artikel nämlich schon richtig festgestellt wurde, gehören zu dieser Form der “Vermarktung” und weiteren sexistischen Erscheinungen immer zwei Seiten. Und so lange es Heerscharen von Frauen gibt (und die gibt es zweifelsfrei), die sich über nichts anderes als ihren vermeintlichen Sex-Appeal definieren und ansonsten auch nicht viel vorzuweisen haben, wird es auch Werber und Vermarkter geben, die deren Wirkung auf das geistlos-sabbernde männliche Pendant (ebenfalls in Heerscharen vorhanden und damit kaufkräftig) auszunutzen wissen. 

    Außerdem solltet ihr bei solchen Diskussionen nicht außer Acht lassen, dass man diese Erscheinungen auf der Gegenseite genauso beobachten kann, wenn auch nicht annähernd so zahlreich. Aber der halbnackte Coca-Cola-Mann dürfte den meisten doch wohl auch ein Begriff sein. Ebenso wie der Levi’s-Mann, der Calvin-Klein-Mann und der allgegenwärtige halbnackte Beckham. Und erst kürzlich durfte ich im Centro Oberhausen Zeuge davon werden, wie vier aufgepumpte und mit Shorts bekleidete Männer (ok, waren eher noch Jünglinge) der weiblichen Schlange vor einem Dessous-Geschäft die Wartezeit versüßen sollten. 

    Diese Diskussion ist ein Fass ohne Boden und hat weniger mit Sexismus zu tun als mit einer generellen Verblödung der Gesellschaft. Da ist es schon sinnvoller, über Lohnunterschiede, Aufstiegschancen und Familienförderung zu diskutieren. 

    Ein paar Anmerkungen noch am Rande, die ich mir nicht verkneifen kann: Die Miss Germany habe ich auch nicht gewählt, genausowenig wie die Bundeskanzlerin und den Bundestrainer. Akzeptieren müssen wir sie trotzdem. That’s life. Ach ja, und am Stand der Computer-Bild durfte übrigens eine Frau die ganze Zeit quasseln, und der Mann durfte nur die Capri-Sonnen verteilen. Ob er sich wohl ausgebeutet und erniedrigt gefühlt hat? Wahrscheinlich nicht mehr als alle anderen Promo-Winkemännchen auch. 

    Wer im Übrigen Klischeedenken so sehr anprangert, sollte sich nicht gerade dazu verleiten lassen, von Uniformen direkt auf sexuelle Phantasien der ach so schwanzgesteuerten Männlichkeit zu schließen. Zu der Verschwörungstheorie mit den Stiefmütterchen will ich mal gar nix sagen. Das ist so albern, da erübrigt sich jedes Wort. 

    Ein letzte Frage noch: Die Herzchen-Optik hier – stellt ihr euch damit nicht selbst in die Ecke des Supiesüß-Tutsi-Wutsi-Alles-Liebhab-Geschlechts?

    • Geeksister_Gesine

      “Diese Diskussion ist ein Fass ohne Boden und hat weniger mit Sexismus zu
      tun als mit einer generellen Verblödung der Gesellschaft.”
      Ob die Gesellschaft generell verblödet, ist vermutlich auch eine endlose Diskussion…und nur weil etwas zum gegebenen Zeitpunkt nicht eindeutig entschieden werden kann, heißt das ja nicht, dass man dann gar nicht erst anfangen braucht, darüber zu sprechen :)
      Das Beispiel Miss Germany habe ich aufgegriffen, weil ich finde, dass so ein Titel auch Verantwortung im Sinne einer Vorbildfunktion mit sich bringt. An dieser Miss Germany sollen sich also die Frauen und Mädchen orientieren? Na super… Vielleicht magst Du jetzt einwenden, dass ich übertreibe und die MG so eine Funktion gar nicht erfüllen soll – aber welche dann? Welchen Sinn hat eine MG dann, außer den Sex Sellls Gedanken voran zu treiben?
      Den letzten Satz über die Stiefmütterchen braucht man(n) übrigens nicht ganz so ernst nehmen, obwohl ich schon der Ansicht bin, dass Blumen auch eine symbolhafte Sprache sprechen und eine Rose sicherlich besser gewirkt hätte.
      Die Herzen finden wir schön. Mehr nicht. Sie erinnern an die Herzen, die für die verbliebenen Leben in den alten Computerspielen standen, daher sind sie auch pixelig gestaltet. Wir finden das passend.

  • obacheckabunny

    so schreibt ein erklärter hello-kitty-fan über hostessen und den weltfrauentag. kann es sein, dass deine emanzipation irgendwo in den kinderschuhen stecken geblieben ist? das hat sich doch schon mit 13 nicht mehr gut angefühlt, so auf andere herab zu schauen. mit solchen (noch dazu humorlosen) artikeln schadest du eher der frauenbewegung. und dann noch bekennender hello-kitty-fan… das ist wirklich ganz großes kino!

    • Geeksister_Gesine

      Was hat meine Faible für Hello Kitty mit meinen Ansichten über den unwürdigen Hostessen-Job zu tun? Der Zusammenhang erschließt sich mir leider nicht. 

  • Pingback: Gastartikel Numero Uno – von Heike :) “Natasha Walters Living Dolls. The Return of Sexism”.

  • nik

    Die Aufregung kann ich durchaus nachvollziehen. Einen Grund zu Meckern habe ich aber doch:

    „Was geht ihnen wohl durch den Kopf, während sie den ganzen langen Tag
    auf Highheels herumstöckeln, für Photos posieren, Werbung verteilen?“

    Ich Zweifel kann man die Frauen einfach mal fragen. Dann müsste sich zumindest dieser Teil des Themas nicht auf Vermutungen und Unterstellungen stützen. Auch eine Miss-Wahl-Teilnehmerin o.ä. zu fragen, dürfte ja in etwa gleiche Antworten ergeben. Also einfach mal machen.

  • Robert Ritter

    Hallo Mädels

    Also als erstes finde ich interesannt das immer nur Frauen glauben das dies alle Frauen Representiert. Es wird immer Frauen geben die nix anderes können auser schön aussehen. Genauso wie es Männer dieser Art gibt. Diese werden nur aus einem grund nicht so trapiert, weil Frauen nicht darauf anspringen würden wenn auf einer messe halbbekleidete Männer stehen. Auser es ist eine Strippermesse. Die frauen dort die ihr hinstellt als armseelig oder anderes, Fühlen sich evt wohl, bestätigt, begehrt. Da sollte man nicht von sich selber ausgehen. Weil um den knick zu finden zu “ich bin mehr als ein stück Fleisch” braucht es Verstand. Das sagt niemals was zu Frauen allgemein aus. Das würde auch kein Mann mit Verstand so betrachten.

    Irgendwie schert ihr alle Frauen über einen kamm wegen einiger weniger.

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