11 Mai 2012

Guerilla Stricken – Stricken für eine bessere Welt

1 Kommentar Gefunden - gepostet geschrieben von Geeksister_Romina

Vor kurzem ging ich durch die Stadt und entdeckte dabei ein Fahrrad, das mal ganz anders aussah. Es war an diversen Stellen bedeckt mit bunt-gestrickter Wolle und sah durch das Zusammenspiel von Stoff und Metall ganz besonders aus. “Tolle Idee.”, dachte ich mir und ging weiter. Nur ein Stück von dem Rad entfernt fand ich dann einen Fahrradständer, der ebenso bestrickt war und eine Straßenlaterne, die auch bearbeitet wurde.
Das machte mich dann aber doch stutzig, denn wer strickt denn bitte so wild in der Gegend herum und warum überhaupt?

Dieses Art von moderner Straßenkunst läuft mittlerweile unter vielen Namen darunter: Yarn Bombing, Guerilla Knitting, Strick Graffiti oder Urban Knitting.

Kann man sich kaum vorstellen, hier mal ein extremes Beispiel:
(solebich)

Was sich noch dahinter verbirgt, lest ihr hier:

Wie ging das Ganze los?
Natürlich ist es immer schwierig zu sagen, wer jetzt zuerst angefangen hat, aber viele Quelle sprechen davon, dass man 2004 erste Tendenzen dazu in Holland sah, ein Richtiger Anfang wurde aber wohl 2005 in Texas gemacht. Dort kam Magda Sayeg in Houston auf die Idee einen Türknauf mit gestrickter Wolle zu verzieren.
(knit sea)

Kaum war ein Anfang getan, dauerte es nicht lange und die Art der Strickkunst als auch die Muster als auch die Gegenstände veränderten sich.
In London gründete sich die erste Guerilla Knitting Vereinigung unter dem Namen Knit the City.
(Cheekbones and Couture)

Sie erweiterten das Konzept unter anderem auch durch gehäkelte Tierchen (wir haben auch schon mal über solche Plüschis berichtet, siehe hier) mit denen sie kleine Geschichten in der Öffentlichkeit erzählen wollten, wie dieses Web of Woe:
(KnittheCity)

Nach Deutschland schaffte es dieser Do-it-Yourself-Boom ungefähr 2010 und wurde zuerst in Frankfurt am Main beobachtet. Seitdem erfreut es sich in vielen anderen Städten großer Beliebtheit. Hier gibt es zum Beispiel die Mitmach-Gruppe: Fluffy on Tour.

Und was soll das ?
Ursprünglich war der Gedanke hinter dieser Strick-Kunst kalte, sterile Orte der Öffentlichkeit zu personalisieren und zu verbessern.
Um einmal die Damen von Knit the City zu zitieren:

Change and making the world a better place can be done with a grin instead of a grimace, a whisper instead of a bellow. Our art, whether you like it or not, changes the way people look at their world. How it yours it is up to you.” (Knit the City)

In Deutschland fand das Guerilla Stricken zum Teil aber auch Einsatz als Protestmittel, wie z.B. an den Bauzäunen des Stuttgart 21 Projektes oder nach der Katastrophe in Fukushima ließen sich vor allem auch Anti-Atom-Werke sichten.
(Wikipedia)

Mittlerweile hat man sich allerdings nicht nur auf kalte Gegenstände wie Straßenlaternen und Zäune beschränkt, sondern auch die Natur selbst wurde als Anlass zu einer Verschönerung genommen.

(weheartit)

Natürlich kann man seinen Strick-Kunstwerken seinen eigenen geekigen Touch aufdrücken, indem man vielleicht einen Mario oder Link oder was auch immer in das Muster einbaut. Hier hat sich jemand ein paar Space-Invaders vorgenommen:
(eidechse)

Der Große Vorteil von dieser Art von Straßenkunst gegenüber echten Graffiti ist sicherlich, dass dabei nicht wirklich Gegenstände beschädigt werden. Erlaubt ist es sicherlich trotzdem nicht, denn auch das Entfernen macht jemandem Arbeit, aber zumindest geht es schnell wieder ab.

Was haltet ihr vom Guerilla-Stricken? Ist es eine Bereicherung oder ist da einfach nur jemandem langweilig?

(via Wikipedia1  und Wikipedia2)

Geschrieben von
Girly-Geek-Girl
  • http://www.facebook.com/jutta.riss Jutta Riss

    Die Welt könnte so schön bunt sein :-)