05 Sep 2012

„Ohne Models“ ohne Brigitte?

4 Kommentare Frauen und Geektum geschrieben von Geeksister_Romina

Bei der Frauenzeitschrift Brigitte tut sich mal wieder was: Nach dem Wechsel an der Spitze von Andreas Lebert auf Stephan Schäfer und Brigitte Huber soll nun frischer Wind in das Magazin gebracht werden. Dementsprechend heißt es vom Verlag, dass alles einmal genaustens unter die Lupe genommen werden soll. Darunter fällt auch das vor 2 1/2 Jahren eingeführte Prinzip „Ohne Models„.

Es wird gemunkelt, dass in Zukunft wieder „echte Models“ in die Zeitschrift Einzug halten werden und die grundsätzlich gute Idee, damit gestorben sei.
Gründe dafür könnten wohl folgende Punkte sein: der Abwärtstrend der Verkaufszahlen, die hohen Kosten, die mit dem Casten der Amateure verbunden waren und die Mehrarbeit, die Fotografen und Stylisten, damit gehabt hätten.

Der Gedanke hinter „Ohne Models“ war eigentlich gut.
Die Zeitschrift kauft keine „professionellen Hungerhaken“ ein, sondern zeigt Frauen aus dem Leben gegriffen wie du und ich.

Mehr dazu lest ihr hier:

Die Umsetzung ließ allerdings mehr als zu wünschen übrig. Anstelle der großen, schlanken Berufsmodels (rechts), sah man jetzt die großen, schlanken Amateurmodels (links), die allerdings nebenher auch noch Studentinnen, Managerinnen, Geschäftsfrauen etc. waren.
Irgendwo gibt einem das als Frau sogar noch mehr zu denken, als wenn man ein Berufsmodell anschaut. Der Job von einem Berufsmodel ist grundlegend „gut aussehen“ und dementsprechend tut sie alles für dieses Ziel (ob das nun gut oder schlecht ist, sei mal so dahingestellt).
Allerdings eine berufstätige Frau, die ihren Job UND perfektes Aussehen vereint, lässt eine normale Frau dann doch noch mehr an sich zweifeln und sich fragen: warum bekomme ich das nicht hin?

Eine gelungene Version von „Ohne Models“ wäre es gewesen wirkliche Frauen mit all ihren Facetten abzubilden: große, kleine, dicke, dünne, braune, blasse, mit schiefer Nase, großer Nase, kleiner Nase und und und. Auf diese Weise spielt es keine Rolle, ob diese Frauen nun Models sind oder Amateure.
Stattdessen muss ich sagen, wäre es mir nie aufgefallen, dass die Frauen keine Models sind. Es machte absolut keinen Unterschied und wird auch keinen machen, wenn sie das ganze Programm streichen.
Es bleibt also abzuwarten, was die neue Spitze der Brigitte sich in Zukunft für die Zeitschrift überlegt.

Wirklich echte Bilder von Frauen und Männern aller Art bekommt man allerdings zu jeder Zeit im Internet über Twitter oder Instagram unter dem Hashtag #609060.

Was haltet ihr davon, die „Ohne Models„-Kampagne wieder zu streichen und echte Models einzusetzen?

(Süddeutsche Zeitung via Jezebel)
(Bilder: Zeitschriften-Cover  1, 2 und Dolphin Innovations)

Tags: ,
Geschrieben von
Girly-Geek-Girl
  • simop

    Anfangs fand ich das eine tolle Idee.
    Wenn ich mir aber die Titelseite(n) so ansehe, sehe auch ich keinen Unterschied – also kann man es gleich lassen.
    Und ich als Größe 46-Frau kann mich weder mit der einen noch der anderen identifizieren.

  • Ich stimme Dir absolut zu. Man hat gar nicht gemerkt, dass es gar keine Profi-Models sind. Thema verfehlt, also…

  • Mina

    Ich kapier nicht, was das Problem ist. Casting sei ein Aufwand…was denn für ein Casting? Ein Ausschreiben reicht doch, die Leser wollen die Frau vom Bäcker sehen und die meldet sich dann darauf, leichtes Make up, fertig…..

    Naja zum Glück lese ich solche Schundblätter nicht :D
    XXL Models beginnen ja schließlich auch schon bei Größe 38…..

  • Johanna

    Das mit den ausschließlich schlanken Models in der Brigitte stimmt so nicht. Es sind zwar wirklich viele schöne und schlanke Frauen zu sehen, es gab aber auch durchaus Ausgaben mit dicken Frauen, tätowierten Frauen und und und! Ich finde überhaupt nicht, dass man sich durch die „echten Frauen“ in der Brigitte als Frau noch mehr unter Druck gesetzt fühlen muss, ich finde eigentlich, dass die Brigitte die Devise „jede Frau ist schön“ wirklich gut rübergebracht hat und ich finde das Konzept toll! Und es wär mehr als schade, wenn es wieder abgeschafft würde, weil ich finde, es macht einen Großteil der Einzigartigkeit der Brigitte aus.