03 Sep 2012

Ein Mathebuch für Mädchen: Rechnen mit Nagellack, Barbie und Co.

6 Kommentare Frauen und Geektum geschrieben von Geeksister_Romina

Habt ihr schon einmal von einem Mathebuch für Mädchen gehört?
Ich nämlich auch nicht, aber die Schauspielerin und Autorin Danica McKellar hat vor kurzem ihr neustes Werk zu diesem Thema veröffentlicht mit dem schönen Namen „Girls Get Curves – Geometry Takes Shape.“.
Ihre anderen Bücher haben ähnliche Namen wie: Math Doesn’t Suck, Kiss My Math, Hot X: Algebra Exposed.
Danica McKellar ist als Schauspielerin vor allem durch die Serie Wunderbare Jahre bekannt geworden und hat einen Bachelor of Science in Mathematik.

The truth is, all teenagers struggle like I did. You don’t have to be on TV to feel the pressures of trying to figure out who you are while surrounded by a world of negative messages that tell girls their only true value is how attractive they are (whether in Hollywood or not). And math is the best way I’ve found to combat those omnipresent messages, by building true confidence and strength from the inside.
This of course is why I’ve written math books for tween/teen girls, to fight the unfair stereotyping that conspires to hold them back. While breaking down math concepts, I tell girls: „You don’t have to choose between being smart and being fun & fabulous. In fact, they work great together. And math is going to build up your brain and your confidence, and I’ll make it fun and entertaining to do!“

Mehr dazu lest ihr hier:

Ich fand Mathe in der Schule auch nie so besonders toll. Die Beispiele waren mehr als langweilig und später empfand ich Mathe der Realität vollkommen entfremdet. In der Uni wurden wir zwar auch keine Freunde mehr, aber wenigstens hatten die Beispiele einen greifbaren Bezug zur Realität, so dass ich mit den Aufgaben etwas anfangen konnte. Ein Prof. machte in der Marketing-Klausur so lustige Aufgaben wie: Sie wollen einen Glühweinstand an der Uni eröffnen und machen eine Umfrage unter ihren Freunden, was am besten ankommt.

Leider passiert es immer wieder, dass Mädchen mit Mathematik nichts anzufangen wissen und am Ende glauben oder eingetrichtert bekommen, sie seien zu blöd dafür oder noch schlimmer, Mathe sei einfach nichts für sie. Denn das ist schlichtweg Blödsinn!
Jeder kann Mathe verstehen lernen, allerdings ist es entweder eine Frage wie viel man dafür tut oder wie man es vermittelt bekommt.

Dementsprechend gefällt mir grundsätzlich die Idee sehr gut, ein Mathebuch herauszubringen, dass Mathe auf einer altnerativen Ebene erklärt, denn jeder Mensch ist für das Thema anders offen, der eine in Form von Zügen und Fußball und der andere mit Tieren und Süßigkeiten. Allerdings was mir an dem Buch eben nicht so gefällt sind die absoluten Klischee-Mädchenthemen mit Barbiepuppen, Boyfriend, Make-up und ganz viel Glitzer. Das ist etwas schade, aber ich kann verstehen, warum man sich dieser Stereotypen bedient.

Was haltet ihr von einem Mathe-Buch für Mädchen? Ist es sinnvoll Mädchen anders zu unterrichten als Jungs oder sollte man ganz allgemein die Lehrmethoden einmal überdenken?

(Jezebel)

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Geschrieben von
Girly-Geek-Girl
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  • An sich ist es natürlich löblich, dass man Mathe an das Mädchen bringen möchte, aber die Pinkifizierung halte ich da auch nicht für sinnvoll. Genau so wie die Titel, die ja schon teilweise recht fragwürdig mit Körperlichkeit konnotiert sind, so wie „Girls Get Curves“. „Hot X: Algebra Exposed“ klingt auch zu sehr nach einer schlechten Datingshow auf MTV. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich als pubertierende junge Dame da eher verarscht fühlt, als dass es die Mathe-Lust weckt.

  • Helga

    Das ist tatsächlich keine neue Idee, PONS hat das schon 2009 genauso stereotypen-triefend umgesetzt: http://maedchenmannschaft.net/hilfe-die-prinzessinnen-kommen/
    Tatsächlich finde ich solche Bücher eine sehr schlechte Idee, denn Mädchen und Frauen schneiden immer dann schlechter in Mathe ab, wenn Sie daran erinnert werden, das sie weiblich sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bücher extra für Mädchen genau diesen Effekt nicht haben sollen und stattdessen für Mathe begeistern.

    • Geeksister_Valerie

      Danke für den Link. Der Effekt, den Du erwähnst, ist meines (etwas verblassten) Wissens nach sogar wissenschaftlich belegt…also wirklich ein (gut gemeinter) Schritt in den genau falsche Richtung :(

  • simop

    Ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen. Die Idee, Mädchen mit speziellem Material für MINT-Fächer zu interessieren, ist an sich gut.
    Aber die extreme Verwendung dieser Geschlechts-Stereotypen stößt auch einen Gutteil der Mädchen ab, so dass sie sich in solchen Büchern auch eher nicht wiederfinden.
    Viel wichtiger sind starke Rollenvorbilder sowohl im Alltag als auch in den Medien.
    So lange es aber chic ist, dass sich weibliche Promis (und gerade die, die Vorbilder für junge Mädchen sind) auf die Bühne stellen und lauthals von sich geben, dass sie – weil sie eine Frau sind – schlecht in Mathe waren und die ganzen Naturwissenschaften in der Schule doof fanden, so lange verlaufen auch gut gemachte Ansätze, Mädchen zu motivieren, im Sand. Leider.

  • Barbara

    Ich schließe mich auch den vorherigen Kommentaren an und möchte noch hinzufügen: Ich sehe zwei riesige
    Probleme mit diesem Ansatz:

    Zum einen sind Schülerinnen oft noch sehr unsicher in ihrer
    Geschlechterrolle und am Ausprobieren. Abweichen von Normen wird häufig
    sehr stark sozial von den Mitschülerinnen bestraft. Wenn dann
    Schülerinnen nicht dem Stereotyp entsprechen und sie wird mit solchen
    Büchern unterrichtet, oder stößt selbt bei ihren Recherchen darauf, dann
    ist nicht mal der Unterrichtsstoff ein Rückzugsort vor diesem sozialen
    Druck. Ich jedenfalls hätte mich in der Schule sicher nicht mit Mathe
    beschäftigt, wenn es da um Nagellack gegangen wäre, und es hätte mir
    sicher kein Selbstvertrauen gebracht, weil ich mich damit nicht
    identifizieren hätte können.
    Zum anderen bringen nach Geschlechtern
    getrennte Unterrichtmaterialien immer die Gefahr mit, dass das Niveau
    den geschlechtsspezifischen Erwartungen angepasst wird – also im Fall
    von Mathe für Mädchen nach unten, was ich für ein großes Problem halte.

    Natürlich sollten Aufgaben und Beispiele auch nicht aus eine stereotyp
    „männlichen“ Perspektive gestellt sein – ich habe es auch schon erlebt,
    dass eine Aufgabe explizit im Puff spielte (das war allerdings nicht in
    der Schule). Das sollte natürlich auch nicht sein.
    Außerdem @48f79fb072afb0561a1cba8989ae353e:disqus: Die Autorin Danica McCellar steuert dem „weibliche-Promis-sagen-sie-sind-schlecht-in-Mathe“ allerdings gegen, ich habe zwar noch nie etwas von ihr gehört, aber sie ist Schauspielerin. Das an sich würde ich auch nicht kritisieren. Nur würde es vielleicht mehr helfen, wenn öffentlich mehr von Frauen berichtet würde, die hauptsächlich durch ihre hervorragenden mathematischen Leistungen herausragen, anstatt von Frauen, die durch ihr Aussehen bekannt wurden und „auch“ Mathe können (wie z.B. auch Barbara Meier von Germany’s Next Topmodel eine „Botschafterin des Jahres für Mathematik“ war).