31 Jul 2013

… den Männern gehts doch eigentlich kein Stück besser ;)

10 Kommentare Fem-Themen geschrieben von Gesine

Ich habe im Netz gerade ein schönes Bild gefunden, das Bände spricht und sehr bezeichnend ist.

Alle heulen immer rum von wegen Mädchenspielzeug (allen voran Barbie, aber auch andere Arten von Puppen wie bspw. Monster High) würden die Nachwuchsfrauen zwangsläufig in Essstörungen treiben, weil sie ein unerreichbar (dünnes) Schönheitsideal verkörpern und unbewusst die Meinung der Kinder von sich selbst negativ beeinflussen würden.

Die Gesellschaft macht sich große Sorgen um die seelische und körperliche Gesundheit der weiblichen Kinder und vergisst dabei, dass es den Jungen nicht viel besser geht.

Barbie und He-Man.

Oh ja, denn auch das von He-Man und anderen Actionfiguren verkörperte „Schönheitsideal“ ist mindestens genauso gesundheitsschädlich wie das des dezidierten Mädchenspielzeuges. Man(n) muss sich zwar nicht bis kurz vor den Exitus hungern, dafür aber bis zum Erbrechen trainieren, Unmengen an in der Dosierung auf Dauer nierenschädigender Proteine konsumieren und nicht zuletzt – wer wirklich so aussehen will, kommt nicht an Steroiden vorbei und dass Anabolika neben Impotenz und später Akne auch Herzerkrankungen und dergleichen mehr auslösen kann, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Allerdings scheint sich darüber niemand zu echauffieren, komisch eigentlich. Warum liegt der Fokus so sehr auf den Frauen? Die Anforderungen an den Mann sind doch auch immens gestiegen, dies wird garantiert auch Auswirkungen auf die Entwicklung der jetzigen männlichen Kinder haben…

Wo bleiben die Maskulisten, um gegen He-Man aufzubegehren und eine Gleichbewertung von Jungen- und Mädchenspielzeug zu fordern?

Und wann kommt endlich die erste Actionfigur mit Bierbauch und Dreitagebart?

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Hier bin ich, die Gesine :D
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  • Alexander Lachwitz

    Sehr schön :)
    Diesbezüglich ists auch interessant mal die Darstellung in Superheldenfilmen zu betrachten. Man vergleiche mal Superman über seine diversen Leinwand- und TV-Auftritte über die Zeit, der hat auch immer mehr Zeit in der Muckibude verbraucht. Ist aber auch bei Batman gut zu sehen.
    Allerdings werden sie in den Comics, wenn ich mich nicht irre, auch oft immer muskelbepackter dargestellt.

  • Sven

    Vielleicht ist es bei weniger Männern der Fall, dass sie diesem „Schönheitsideal“ auch wirklich entsprechen wollen? Und deswegen regen sich auch weniger darüber auf…

    Ist zumindest mal meine Vermutung.

    Gruß,
    Sven

  • Renate

    Der überzeichnete He-Man und seine Actionfigur-Kumpels sind genauso unrealistisch wie die unproportional dünne Barbie – ja. Allerdings habe ich das auch immer schon so erkannt, auch vor 25 Jahren schon. Zu sagen, dass ein Kind aufgrund einer Puppe oder Spielfigur ein falsches Figurbewusstsein entwickelt, weil es diesem Spielzeug nacheifern will, halte ich jedoch für genauso unrealistisch. Sonst hätte ja beim „Troll-Boom“ in den 90ern jedes 2. Kind ein kleines Bäuchlein und bunte Lämmermann-Frisuren haben müssen.
    Ich mag dieses Blog hier und lese es meist still, aber kopfnickend mit, aber die ewige Debatte um Barbie-Schönheitsideale und die Aufregung über rosa Ü-Eier, etc., kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn er bewirkt meines Erachtens weit weniger als immer wieder befürchtet wird.

    Ich meine: Der aktuelle Schlankheitswahn ist wirklich nicht zu befürworten – aber wir haben in unserer Gesellschaft wahrlich mehr mit krankhaft Übergewichtigen (und auch ungesund übergewichtigen Kindern!) zu kämpfen, als mit der Krankheit Magersucht & Co. Und zu krankhaftem Untergewicht und falschem Magerwahn gehört weitaus mehr als ein „falsches Spielzeug“.

  • Sascha Kraeling

    „Sind ja nur kleine Männer!“ 1:1 das Argument das von „Feministinnen“ kam als es um die Beschneidung von Jungen ging die ja im Gegensatz zu der von Mädchen straffrei bleibt.

    Wenn man Jungen schon ungestraft Körperteile abschneiden darf weil es ja NUR Jungen sind – warum sich dann wegen Puppe-….Äh ACTIONFIGUREN aufregen?

  • Es gibt viele, die sich über die männliche Darstellung aufregen und diese kritisieren. Wird aber nicht ernstgenommen, weil Männer sich ja nicht zu beschweren haben. Immer wenn ich darauf aufmerksam mache, bekomme ich direkt eine Hasswelle :D

  • Christian Schmidt

    He-Man ist weniger ein Schönheitsideal als ein Ausdruck eines Helden mit viel Status, der wohl eher auf intrasexuelle Konkurrenz, also Konkurrenzkampf unter Männern ausgerichtet ist. Deswegen bekämpft er sich ja auch mit einer feindlichen Gruppe, Skeletor und Co.
    Das zeigt die verschiedene Ausrichtung der Geschlechter eigentlich ganz gut. Bei Frauen ist Schönheit wichtiger, bei Männern Status und Bestehen in der intrasexuellen Konkurrenz. Danach richten sich auch die Spielpräferenzen

  • Doreen

    Der Punkt ist, dass es an männlichen Vorbildern eben doch eine Vielzahl von Formen gibt, für weibliche Vorbildsfiguren nur eine. Es gibt an männlichen Vorbildern zum Beispiel groß und muskulös, klein und agil, schmächtig/dick aber schlau… da ist letztlich für jeden irgendwie was dabei. Weibliche Vorbilder haben aber fast immer nur diese eine Standardfigur. Das sieht man auch sehr stark in Filmen, auch hier gibt es ganz verschieden aussehende Männer, aber Frauen haben in aller Regel alle den gleichen Figurtyp und unterschieden sich nur in der Haarfarbe. Ganz besonders stark sieht man das auch in Videospielen, wo die Männer entsprechend ihrer Fähigkeiten einen unterschiedlichen Körperbau haben, während die Frauen meist alle die gleiche Figur haben.

    Natürlich entsprechen diese männlichen Vorbilder auch gewissen Idealtypen, aber es gibt da eben unterschiedliche Typen, ganz im Gegensatz zu den weiblichen Vorbildern, die alle gleich geformt sind. Wenn man jetzt nur ein einzelnes männliches mit einem einzelnen weiblichen Vorbild vergleicht entsteht dadruch ein sehr stark verfälschtes Bild, aber wenn man jetzt mehrere männliche und weibliche Vorbilder/Helden vergleichen würde, würde dieser Unterschied sehr schnell auffallen.

  • Dennis

    Ist doch überall so. Comichelden, Actionfiguren etc. und nicht nur die. Wie viele Helden in Computerspielen kennt ihr die nicht Groß und Muskulös sind oder wenigstens gut aussehen? Ich bin aber keine Actionfigur, deswegen muss ich auch nicht aussehen wie eine. Ich messe mich nicht an einem Comichelden, sondern an anderen Menschen. Und da stehe ich ziemlich gut da. Deswegen geht mir He-Man sonstwo vorbei. Ebenso wie das ewige gejammer der Frauen wegen Barbie und co.

  • Martin Loehnertz

    Der Unterschied in der Gesundheitsgefahr liegt wohl darin, dass die Mädchen etwas unmittelbar ungesundes aber leicht ausführbares tun müssen, nämlich hungern, während die Jungs etwas zumindestens nicht exessiv betrieben gesundes mit natürlichem Abschreckungseffekt tun müssten, nämlich trainieren (und nach der 50 Liegestütze ist der Wunsch nach der 51. na ja). Was die Psyche angeht denken glaube ich die meisten Männer, dass sie (zwar nicht größer aber) muskulöser sein könnten, wenn sie sich denn dafür engagieren würden, während viele Frauen wissen, dass sie Barbie nie erreichen können.

    • Hannes

      ob es nun schwerer ist zu hungern oder den 51. liegestütz zu machen sei dahin gestellt. die basis bleibt aber die gleiche. der psychische effekt ist der gleiche wenn frau sich zu dick für ihren mann fühlt oder mann sich zu hager für seine frau fühlt. durch ein so genanntes schönheitsideal nehmen die medien negativen einfluss auf den selbstwert der menschen beiderlei geschlechts und nutzen dies aus um konsumgüter zu verkaufen, dem endkunden bleibt nichts als ein schlechteres lebensgefühl und eine schmalere börse.