30 Okt 2013

Rollenspieler sind emotional unterkühlt und empfinden weniger Schmerzen.

2 Kommentare Game related geschrieben von Gesine

Soso. Das hat eine Studie der Universität Witten-Herdecke angeblich herausgefunden, wie hier nachzulesen ist. Den originalen Artikel der Uni selbst gibt es hier, die Studie suche ich noch.^^

Computerspieler

Da das Thema Gewalt in Computerspielen und die vermeintlich daraus resultierende Aggressivität der Gamer im Reallife mittlerweile niemanden mehr vor dem Ofen hervorholt (es ist ja auch schlichtweg grober Unfug, mehr muss man dazu nicht sagen), muss wohl mal was Neues her, um dieses Hobby zu diskreditieren.

In dem Artikel heißt es:

„In unserer Studie hat sich gezeigt, dass Versuchspersonen, die sich während eines sogenannten immersiven Rollenspiels in die Perspektive eines Avatars hineinversetzen, roboterhafte Eigenschaften teilweise auch in die wirkliche Welt übernehmen und dadurch auch unempfindlicher gegenüber eigenen Schmerzen und den Schmerzen anderer werden“, erklärt Ulrich Weger. Roboterhafte Eigenschaften können mechanisches Auftreten, kühle Rationalität und emotionale Kälte sein.
Äh. Ja. Richtig. Bei WoW studiert man also roboterhaftes Verhalten. Gut, dem ist insofern zuzustimmen, als dass die low level Instanzen mittlerweile vom Schwierigkeitsgrad her so abgespeckt sind, das stumpfes Mausgeklicke häufig hinreichend ist, um erfolgreich zu sein, aber das ist hier wohl eher nicht gemeint.
Roboter?
Es geht darum, dass man sich in eine Rolle hineinversetzt – das machen im übrigen schon Kleinkinder beim Spielen. Man macht es auch bei ‚offline‘ Pen&Paper Rollenspielen, die im Prinzip nichts anderes sind, außer, dass man die Würfel noch selbst mit der Hand wirft und Ergebnisse auf Zetteln notiert (aber auch dafür gibt es Apps). Oder beim Theater, da versetzt man sich ebenfalls in andere Rollen und Situationen, mit Hingabe, Engagement und Emotionen. Was soll daran schlecht sein, nur, weil es vor dem Bildschirm passiert? Ob man sich nun in einen Avatar hineinversetzt, den man am Computer steuert oder in einen, dessen Bild und Eigenschaften auf Papier vor einem liegen, wo ist der Unterschied? Wenn man behauptet, dass virtual reality Rollenspiele schmerzunempfindlicher und gefühlskälter machen, dann muss man das auch auf alle Arten von Rollenspiele ausweiten – denn auch Pen&Paper läuft in einer imaginären Welt ab.

Was denkt Ihr darüber?

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Hier bin ich, die Gesine :D
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  • also, zuerst einmal würde ich nach dem Originalartikel suchen und nicht nur den erstbesten Nachrichtenartikel kommentieren, das verwässert sonst zu sehr und am Ende weiß niemand mehr – ähnlich der stillen post – um was es WIRKLICH ging ;)

    Nein, auf das P&P kann man es hier nicht ausweiten, da es schließlich um virtuelle Welten geht und laut Studie (der ich ebenfalls sehr kritisch gegenübersteeh, btw.) explizit das virtuelle „Ohneeinander“ ausschlaggebend ist. P&P ist real, man agiert in der Realität mit anderen, realen Menschen auf realem Raum.
    Nichtsdesdotrotz hatte ich auch Bücher und Filme etc. angeführt, auch wenn ich den Unterschied durcahus sehe.

    Fundiert finde ich die Studie dennoch nicht. man beachte, dass bei einem Experiment nur 39! Personen zugelassen waren.

    • Absolut richtig, habs hinzugefügt, war da wohl etwas faul und musste in der Pause schnell gehen ;)

      So „unreal“ finde ich VR Rollenspiele aber auch nicht. Man agiert ja mit echten Menschen über Chat und Teamspeak, nicht mit KIs, sie sind nur nicht im selben Raum. Ob sich der Ausgang der Studie wohl ändert, wenn man zu zweit oder zu dritt Online Rollenspiele spielt und dabei zusammen im Wohnzimmer sitzt und sich paralell unterhält?