10 Apr 2014

Rekapituliert: Game of Thrones Season 4 Episode 1

5 Kommentare Uncategorized geschrieben von Geeksister_May

Zur Halbzeit zwischen den Folgen werfen wir einen Blick zurück auf den Auftakt der aktuellen Game of Thrones Staffel. Wie viele Figuren sind gestorben? Gab es mehr Screentime für Brüste oder für Drachen? Und mit welchen neuen Charakteren wird Staffel 4 die hochzeitsbedingt doch arg reduzierte Besetzung wieder aufstocken?

Dada dadadada dadadada – dieser hartnäckige Ohrwurm wird uns jetzt wieder monatelang begleiten

Hinweis für Allergiker: Kann Spoiler für die gesamte Serie (und die Romane) bis zur aktuellen Folge enthalten. Spoilert KEINE Buchinhalte über die aktuelle Folge hinaus. In Unkenntnis und offener Missachtung der deutschen Übersetzung bleiben alle Orts-, Ordens- und Familiennamen Englisch.

Und wie jedes Frühjahr setzen wir uns hin, um uns von George R. R. Martins düsterer und gerade den aufrichtigen und ehrenhaften Helden gegenüber erfrischend unbarmherziger Fantasywelt kollektiv traumatisieren zu lassen. „Two Swords“ heißt die Episode, mit der wir in die Staffel einsteigen, und beginnt auch ganz subtil mit dem Schmieden der beiden titelgebenden Schwerter, von denen wir im weiteren Verlauf der Folge leider wenig zu sehen bekommen. Gefertigt werden sie aus dem eingeschmolzenen Großschwert „Ice“, das vorher Eddard Stark gehörte. Als Einstieg ist diese Szene durchaus gelungen, erinnert sie uns doch daran, dass das Haus Stark in den Augen der Welt ausgelöscht ist. Robb ist tot, Sansa Stark hat einen Lannister geheiratet und ist quasi annektiert, der Verbleib von Arya und Bran ist weitgehend geheim geblieben und nicht mal wir wissen, was inzwischen mit Rickon passiert. Übrigens: irre ich mich, oder ist dies das erste Mal gewesen, dass eine Sequenz vor dem Vorspann gezeigt wurde?

The Red Viper of Dorne und Ellaria Sand: Zwei Figuren, die wir hoffentlich noch viel besser kennenlernen.

Der Rest der Folge ist ziemlich expositionslastig. Für den Staffelanfang ist das in Ordnung. Zwei neue Figuren werden eingeführt: Prinz Oberyn Martell, aka the Red Viper of Dorne, und seine Geliebte Ellaria Sand. Auf beide war ich sehr gespannt, schließlich hat Dorne sich als südlichste Region Westeros“ bislang aus allen Ereignissen rausgehalten und ist dem Zuschauer höchstens wegen seines guten Weins bekannt. Damit auch ohne Blick ins Buch jeder weiß, wie sich das Haus Martell in die Geschichte einfügt, muss Prinz Oberyn etwas ausführlicher über Zusammenhänge monologisieren, die eigentlich allen Figuren wohlbekannt sein dürften. Das hält die Story etwas auf, dafür erinnern wir uns jetzt, dass das Haus Martell seine Prinzessin Elia mit Prinz Rhaegar Targaryen, dem Sohn des wahnsinnigen Königs Aerys, verheiratet hatte, die diesem zwei Kinder gebar und nach der erfolgreichen Rebellion auf Befehl Tywin Lannisters vom „Mountain“ (ihr wisst schon, dem großen Bruder vom „Hound“) brutal ermordet wurde, um die Linie der Targaryens auszulöschen. Wem das zu kompliziert ist, der kann sich einfach merken, dass Prinz Oberyn – wie vermutlich inzwischen jeder Mensch in Westeros – mal eine Schwester hatte, die durch die Schuld der Lannisters ums Leben kam, und entsprechend schlecht auf unser blondgelocktes Königshaus zu sprechen ist. Da die sexuelle Freizügigkeit, mit der Oberyn und seine Geliebte Bordelle aufsuchen, bereits im Buch angesprochen wird, ist es nicht sonderlich überraschend, dass Tyrion die beiden in einer ansonsten eher sinnlosen Szene in einem Hurenhaus aufsuchen muss. Immerhin werden dabei beide Figuren als bisexuell etabliert, was vorher (glaube ich, korrigiert mich, wenn ich irre) auf keine anderen Figuren zutraf.

Kein neuer Charakter aber dafür neu gecastet ist Daario Naharis, Anführer der „Storm Crows“ und Gefolgsmann von Daenerys Targaryen. Aus dem feminin anmutenden Mann aus der letzten Staffel ist ein bärtiger Söldner geworden, der aussieht, als sei er geradewegs dem Roman entsprungen – allerdings dem falschen Kapitel, das an einem völlig anderen Ort spielt und NICHTS mit Daario Naharis zu tun hat. Ich bin sicher, Michiel Huisman – bekannt aus der hervorragenden Serie „Treme“ und scheinbar auch aus World War Z – wird seine Sache gut machen und ich werde mich mit ihm abfinden, aber die schillernde blaubärtige Gestalt mit golden bemaltem Schnurrbart, auf die das Buch uns hatte hoffen lassen, ist er wahrlich nicht. Die Sitte, dass Leute aus der Stadt Tyrosh sich Haare oder Bart bunt färben, scheint die Serie bislang allgemein ausgespart zu haben und ich beginne zu fürchten, dass wir auch auf grüne und violette Haarprachten bei Nebencharakteren verzichten müssen. Vermutlich ist die Herausforderung, derartiges Auftreten in den mittelalterlichen Grundton der Serie einzubetten, zu groß – schon meine Phantasie hatte damit gelegentlich einige Schwierigkeiten – , aber ich hätte gerne gesehen, wie sie es versuchen. Schade auch, dass wir damit einen weiteren klassisch männlichen Charakter im Cast haben, wo George R. R. Martin eigentlich für mehr Diversität gesorgt hatte – Daario Naharis hätte vom Typ her Jack Sparrow sein können und alles, was wir kriegen, ist ein weiterer Will Turner.

Khaleesi informiert: Bevor man sich ein Haustier holt sollte man vielleicht überlegen, wie groß es wird.

Ansonsten braucht die Story etwas, um in Gang zu kommen. Einen großen Auftakt gibt der Roman aber auch gerade nicht her, wir befinden uns schließlich gerade in der Mitte des dritten Bandes. Daenerys“ Drachen werden größer und sind genau so erfreulich, wie man es von ihnen erwartet. Jamie Lannister hat eine neue Frisur, die ihm überhaupt nicht steht. Vielleicht ist dass der Grund, dass weder sein Vater noch seine giftzüngige Schwester/Geliebte in dieser Folge ein gutes Haar (pun intended) an ihm lassen wollen. Leser des Buches können sich mit mir ja schonmal fragen, ob die Tatsache, dass Jamie bereits jetzt in King“s Landing angekommen ist, und nicht erst nach einem gewissen Ereignis, das noch in dieser Staffel mit Sicherheit stattfinden wird, die Handlung beeinflussen könnte. Tyrion entfremdet sich von Shae. Jon Snow ist zurück bei der Night“s Watch und warnt vor dem Angriff von Mance Rayders Armee. Brienne und die Tyrells sind prinzipiell vorhanden. Joffrey ist ein widerliches Stück Sch****, ganz wie von ihm erwartet. Achja, und Sansa trifft auf den ehemaligen Ritter Ser Dontos, dem sie zu Beginn der zweiten Staffel das Leben rettete und der sie nun dafür beschenkt.

Highlight ist eindeutig Aryas Plotline. Sie und der „Hound“ begegnen in einem Gasthaus den Männern, die sie und ihre Freunde vor Ewigkeiten gefangennamen und nach Harrenhall verschleppten. Hier kriegt Arya erstmals Gelegenheit, ihr abendliches Rachegebet selbst auszuführen und einen von ihnen zu töten. Ich war schon beim Lesen erstaunt, wie viel Genugtuung mir diese Stelle verschafft hat (tatsächlich tötet Arya im Buch den Tickler, der in der Serie schon längst tot ist, aber das macht keinen Unterschied), und die Serie steht dem in nichts zurück. Nach allem, was passiert ist, findet man, das Haus Stark darf ruhig auch mal etwas Rache nehmen. Aryas zufriedenes Lächeln, als sie mit dem „Hound“ und ihrem zurückgewonnenen Schwert „Needle“ davonreitet, gibt einem Recht.

Alles in allem war es ein guter Auftakt zur langerwarteten 4. Staffel und ließ wenig zu wünschen übrig. Und da die Folge sowohl nackte Brüste als auch Drachen (deren jeweilige Screentime übrigens beinahe identisch war, auch wenn das Kopf an Kopf Rennen dank der Bordell-Szene dieses Mal die Brüste gewinnen) als auch den Tod wenigstens einer namentlich bekannter Figur beinhaltete (bewundert übrigens die umwerfenden Fanarts zu diesem und allen anderen Toden hier) können wir uns zufriegen zurücklehnen in dem Wissen, dass sich zumindest in der Hinsicht nichts geändert hat.

Go, Lieblingsplotline, go!

Wart ihr zufrieden mit dem Beginn der neuen Staffel? Worauf freut ihr euch besonders? Welche Charaktere möchtet ihr als nächstes tot sehen? Hinterlasst Kommentare und verkürzt uns so die Wartezeit auf die nächste Folge. ;)

Geschrieben von
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  • K. H. Meerleben

    Eine verzückend treffende Zusammenfassung zum Serienauftakt!
    Für mich war es die erste neu erschienene Folge nach Lektüre der Bücher und zu meinem Bedauern gab es mehr trotzige „IM BUCH WAR ES GANZ ANDERS!!“-Momente, als erhofft. Trotz diverser begrüßenswerten Differenzen (Olenna Tyrell! Ein Traum.) besorgt mich das Timing der Jaime-Plotline und rüttelt ordentlich an der vom Buch gewöhnten Beziehungs-Dynamik. Ähnliches gilt auch für Tyrion und Shae, deren Szenen in meinen Augen zunehmend unglaubwürdiger werden. Doch ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung und mehr als gewillt, mich auch von der serieneigenen Handlung umwerfen zu lassen.

    Mit der steigenden Relevanz der Vorgeschichte (gesamte Mad King Aerys Plotline) frage ich mich, ob die Serie weiterhin ohne (zugegeben oft klischeehaft anmutende) Rückblenden auskommen wird. Dem Zuschauer bei den doch ziemlich weit verzweigten Beziehungen nur durch Dialoge einen ausreichenden Überblick zu bieten, ist eine respektable Leistung, aber ein recht oberflächlicher Teil von mir lechzt nach Rhaegar, einem jungen Robert Baratheon, Lyanna Stark u.s.w…

    Das Character Design von Daario Naharis finde auch ich sehr dürftig – generell wird die mittlerweile etwas redundante Wüstenoptik der im Buch beschriebenen ästhetischen Vielfalt Eassos‘ kaum gerecht…

    Aber eine tolle Idee übrigens, die Drachen- und Brustzeit abzugleichen – muss auf jeden Fall fortgeführt werden!

    Ich hoffe, auch nach der nächsten Folge lässt du uns an deiner Meinung Teil haben. Du sprichst mir aus der Seele, nur halt witziger. <3

  • KKK

    Freuen wir uns über die Tatsache, dass nicht eine Sekunde für die redundante Plotline von Bran verschwendet wurde!

    Ein sehr lesenswerter Blogeintrag! Ein guter Auftakt war es definitiv (selbst für diejenigen, die noch vom letzten Staffelfinale traumatisiert sind *hust*)

  • Inu

    Ich denke an den neuen Naharis muss ich mich erstmal gewöhnen, das war ein Schock! Dass er so drastisch verändert wurde trifft mich ein wenig, auch wenn er bisher noch nicht so viele Auftritte hatte.
    Da rückt sogar die schlechte Frisur Jamies erstmal in den Hintergrund!

    Außerdem bin ich gespannt wie es mit den verbleibenden Starks weitergeht, vor allem mit Arya. Die Starks gehen alle in unterschiedliche Richtungen und es vereint sie eigentlich nichts mehr! Ich frage mich ob und wann sich ihre Wege wieder kreuzen und wie sie dann aufeinander reagieren.

    Dass Joffrey stirbt ist nur eine Frage der Zeit denke ich, darüber mach ich mir nicht so viele Gedanken^^
    Evtl bekommt er ja noch Probleme mit Oberyn Martell, schließlich ist er ja ein Lannister und immerhin König!

    Lord Baelish ist ein weiterer interessanter Charakter, der in dieser Folge ja noch nicht in Person aufgetreten ist. Ich hoffe er tritt bald auf den Plan!

    Ein sehr gut geschriebener Artikel, ich freue mich schon auf den der zweiten Folge! Allerdings erst nachdem ich sie gesehen habe :P
    Bis dahin!

  • Pingback: Rekapituliert: Game of Thrones Season 4 Episode 3()

  • Mr X

    Was Daario Naharis angeht, schließe ich mich Inu an. Kommt es nur mir so vor, oder erscheint er auch charakterlich anders? Schade, denn mit dem „neuen“ Daario werd ich mich wohl nicht abfinden können…
    Umso interessanter finde ich jedoch die Entwicklung von Grey Worm, da bin ich echt gespannt, wie es mit ihm weitergeht.

    Joffrey kann gerne noch ein wenig länger am Leben bleiben, es freut mich zu sehr jede Ohrfeige, die er abbekommt. :D

    Danke für deinen amüsanten Blog-Eintrag! Da schau ich gerne über jedes Opfer dieser Serie hinweg…
    Ich werde also auf jeden Fall weiterlesen, sobald ich die jeweilige Folge geschaut habe… zumal es mir mit den ganzen Namen ein wenig auf die Sprünge hilft! ;)